Löf - Pfarrkirche St. Luzia - Ein Denkmal von Geschichte und Glauben

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Pfarrkirche St. Luzia in Löf: Ein Zeugnis von Geschichte und Glauben
Willkommen zu einem Rundgang durch die Pfarrkirche St. Luzia in Löf, einem Ort, der auf beeindruckende Weise Geschichte, Kunst und Religion vereint. Diese Kirche, deren Ursprünge bis in die Zeit der Römer zurückreichen, hat sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem spirituellen und kulturellen Zentrum der Region entwickelt.
Von ihrer frühesten Erwähnung im Jahr 1140 über den barocken Neubau im 18. Jahrhundert bis hin zu den umfangreichen Restaurierungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – die Kirche ist ein lebendiges Zeugnis des Glaubens und der Traditionen ihrer Gemeinde.
Entdecken Sie die faszinierende Geschichte, die einzigartige Architektur und die kunstvolle Innenausstattung dieser besonderen Kirche, die zugleich ein wichtiger Knotenpunkt für Pilger auf den Mosel-Pilgerwegen ist. Lassen Sie sich inspirieren von der tiefen Symbolik und der spirituellen Bedeutung, die die Pfarrkirche St. Luzia ihren Besuchern bietet.
Bau einer römischen Badeanlage; später Wiederverwendung eines römischen Sarkophags.
Anlage von fränkischen Gräbern, entdeckt bei Renovierungsarbeiten im westlichen Kirchenschiff.
Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Löf.
Stiftung des Kreuzaltars und Einführung einer Wochenmesse.
Hl. Luzia wird Hauptpatronin der Kirche.
Neubau des barocken Kirchenschiffs unter Leitung von Johann Georg Seitz.
Abbruch des alten Chors und Neubau eines neugotischen Chors unter Architekt Wirtz.
Einweihung eines neuen Hochaltars.
Verlust eines Großteils der neugotischen Ausstattung durch Umgestaltungen.
Umfassende Restaurierung der Kirche; Neuanstrich und Innenausstattung teils neu ergänzt.
Restaurierung der Kirchenfenster, darunter das Fenster mit der Darstellung des Ritters Johann von Thurandt.
Geschichte der Pfarrkirche St. Luzia in Löf
Die Pfarrkirche St. Luzia in Löf blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, die bis in die Zeit der Römer und Franken reicht. Ihre Ursprünge sind eng mit der Benediktinerabtei St. Maximin in Trier verbunden, die ab dem 7. Jahrhundert in Löf eine Grundherrschaft ausübte. Die älteste urkundliche Erwähnung einer Kirche stammt aus dem Jahr 1140, doch archäologische Funde aus dem Jahr 1975 deuten darauf hin, dass an dieser Stelle bereits in römischer Zeit eine Badeanlage und später fränkische Grabanlagen existierten.
Im Mittelalter war die Kirche zentraler Bestandteil der Grundherrschaft und diente sowohl als Gotteshaus als auch als Teil der herrschaftlichen Struktur. Die unmittelbare Nähe zur Maximiner Hofanlage unterstreicht diesen engen Zusammenhang. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Löf mit seiner Pfarrkirche zu einem wichtigen kirchlichen Zentrum in der Moselregion.
Ab 1803 wurde Löf zur eigenständigen Pfarrei, die neben dem Hauptort auch die Filialkirche St. Anna in Kattenes sowie umliegende Höfe und Dörfer wie Brodenbach, Ehrenburgertal und Mörz umfasste. Die Bedeutung der Kirche spiegelte sich auch in ihrer Baugeschichte wider, die von romanischen Ursprüngen bis hin zu barocken und neugotischen Erweiterungen reicht.
Die wechselvolle Geschichte der Pfarrkirche St. Luzia ist nicht nur ein Zeugnis religiöser Kontinuität, sondern auch ein Spiegel der historischen Entwicklung der Region.

Baugeschichte der Pfarrkirche St. Luzia in Löf
Die Pfarrkirche St. Luzia in Löf ist ein beeindruckendes Beispiel für die vielfältigen architektonischen Einflüsse, die über die Jahrhunderte hinweg ihren Stil prägten. Von den Ursprüngen in römischer Zeit über gotische und barocke Elemente bis hin zu neugotischen Erweiterungen spiegelt die Baugeschichte der Kirche die reiche historische und kulturelle Entwicklung der Region wider.
Frühzeit und romanische Einflüsse
Die ältesten Überreste, die bei archäologischen Ausgrabungen 1975 entdeckt wurden, reichen zurück in die römische Zeit. Unter dem westlichen Teil des Kirchenschiffs wurden eine Badeanlage aus dem 2.–4. Jahrhundert sowie ein später wiederverwendeter Sarkophag freigelegt. Diese Funde legen nahe, dass der Standort schon in der Spätantike eine bedeutende Rolle spielte. Darüber hinaus stießen Archäologen auf sieben fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert, die die lange sakrale Tradition an diesem Ort unterstreichen.
Der romanische Kirchturm
Ein erster Turm wurde vermutlich im 13. Jahrhundert errichtet, wie eine urkundliche Erwähnung von 1309 vermuten lässt. Der heutige quadratische Kirchturm, der aus verputztem Bruchsteinmauerwerk besteht, bewahrt noch Spuren romanischer Architektur. Besonders markant sind die schießschartenartigen Fenster und die Glockenstube mit ihren charakteristischen Doppelarkaden. Der achtseitige Helm des Turms, begleitet von vier zierlichen Nebenhelmen, wurde später hinzugefügt und verleiht dem Bauwerk seine unverwechselbare Silhouette. Der weiße Anstrich, der 1976 erneuert wurde, entspricht dem historischen Befund des ursprünglichen Putzes.

Barocke Erneuerung des Langhauses
Das Langhaus der Kirche wurde 1738 durch den kurtrierischen Werkmeister Johann Georg Seitz im Auftrag der Vogtherren von der Leyen errichtet. Der schlichte barocke Saalbau mit Flachbogenfenstern und einer flachen Holzdecke bietet einen starken Kontrast zur vertikalen Betonung des romanischen Turms. Diese Bauphase steht sinnbildlich für die barocke Architektur, die Einfachheit und Eleganz miteinander verbindet.
Neugotische Erweiterung im 19. Jahrhundert
Im Jahr 1883 musste der baufällige gotische Chor abgerissen und durch einen neugotischen Bau ersetzt werden. Dieser wurde unter der Leitung des Trierer Architekten Wirtz errichtet und stilistisch an das bestehende Langhaus angepasst. Gleichzeitig wurde das Kirchenschiff um etwa zwei Fünftel seiner Länge erweitert und mit einer stuckverzierten Decke ausgestattet. Die neugotische Gestaltung spiegelt den Zeitgeist des Historismus wider, der historische Stilelemente aufgriff und neu interpretierte.

Innenausstattung der Pfarrkirche St. Luzia in Löf
Die Innenausstattung der Pfarrkirche St. Luzia ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus verschiedenen Epochen und Stilen, die im Laufe der Jahrhunderte die sakrale Kunst geprägt haben. Trotz der Verluste während früherer Umgestaltungen bewahrt die Kirche einige bemerkenswerte Kunstwerke und Details, die ihre historische Bedeutung unterstreichen.

Altäre und Figuren
Die Kirche beherbergte ursprünglich vier Altäre, die verschiedene Heilige und Themen ehrten: ein Hochaltar zu Ehren Mariens, ein Kreuzaltar in der Mitte der Kirche sowie Altäre für die Heilige Luzia und den Heiligen Antonius. Im Zuge des barocken Neubaus im Jahr 1738 wurde ein neuer Hochaltar zu Ehren der Heiligen Luzia errichtet, während der Kreuzaltar zu einem Seitenaltar wurde.

Nach der neugotischen Umgestaltung im 19. Jahrhundert wurden die Altäre weitgehend erneuert. Das heutige Retabel im Hochaltar stammt aus der ehemaligen Kapuzinerkirche in Cochem und wurde 1974 erworben. Es zeigt die Figuren der Maria und Johannes des Täufers, während die barocke Luzienfigur des ursprünglichen Hochaltars heute an der südlichen Stirnwand aufgestellt ist. Weitere bemerkenswerte Figuren sind der Erzengel Michael mit Schwert und Waage sowie eine Josefsfigur, die einst Teil der Beichtstühle war.

Kreuzweg und Gemälde
Die Kirche verfügt über 14 Ölgemälde, die die Stationen des Kreuzwegs Jesu darstellen. Diese Werke, die 1892 erworben wurden, sind in Eichenholzrahmen gefasst und schmücken die Längsseiten des Kirchenschiffs. Die detaillierten Darstellungen laden die Gläubigen zur Meditation über das Leiden Christi ein und tragen zur spirituellen Atmosphäre der Kirche bei.
Kirchenfenster
Besonders beeindruckend ist das Kirchenfenster im Langschiff, das den Ritter Johann zu Thurant und Ehrenberg darstellt. Die Figur ist in voller Rüstung kniend auf dem Fußboden einer Kapelle abgebildet, umgeben von einem tiefblauen Hintergrund. Dieses Fenster aus dem 15. Jahrhundert wurde 1991 restauriert und erstrahlt seitdem wieder in lebendigen Farben. Ein weiteres Fenster zeigt Else von Oberstein und spiegelt die kunsthandwerkliche Meisterschaft des Mittelalters wider.


Unbekannte Fenster in St. Luzia
Neben den detailliert beschriebenen Fenstern von „Johann zu Thurandt und Ehrenberg“ und „Else von Oberstein“ schmücken weitere Glasfenster die Pfarrkirche St. Luzia in Löf. Diese Fenster beeindrucken durch ihre kunstvollen Darstellungen, leuchtenden Farben und filigranen Details, die die Besucher in ihren Bann ziehen.
Künstlerische Bedeutung:
Die Fenster zeigen unterschiedliche Szenen und Motive, die auf eine tiefe spirituelle Symbolik schließen lassen. Während einige von ihnen klassische biblische Geschichten darstellen könnten, bleibt die genaue Bedeutung anderer Darstellungen unklar. Trotz der fehlenden Dokumentation vermitteln sie eine besondere Atmosphäre und bereichern den Innenraum der Kirche.
Potenzial für zukünftige Forschungen:
Da die genaue Herkunft und Symbolik der Fenster derzeit nicht eindeutig bestimmt werden können, könnten sie in zukünftigen Studien und Forschungen ein spannendes Feld bieten. Ihre Handwerkskunst und ihre künstlerischen Details sind ein lebendiges Zeugnis der Glaskunst und laden dazu ein, ihre Geschichten weiter zu erkunden.
Also, wenn du etwas dazu sagen kannst, dann schreibe mir sehr gerne mit der Bestimmung 🙂







Kanzel und weitere Ausstattung
Die barocke Kanzel, eines der wenigen erhaltenen Originalstücke, ist ein Zeugnis meisterhafter Holzschnitzkunst. Sie wurde in den 1960er-Jahren aus der Kirche entfernt, doch ihre kunstvollen Details, darunter die Figuren der vier Evangelisten, haben sich bis heute in der Erinnerung der Gemeinde bewahrt.

Religiösen Bedeutung und Symbolik
Die religiöse Bedeutung der Pfarrkirche St. Luzia in Löf spiegelt sich nicht nur in ihrer Geschichte und Architektur wider, sondern auch in der tiefen Symbolik ihrer Ausstattungselemente. Die Kirche ist ein lebendiger Ausdruck des Glaubens und eine Stätte der spirituellen Verbundenheit für die Gemeinde und ihre Besucher.
St. Luzia als Schutzpatronin
Die heilige Luzia (Lucia von Syrakus), Schutzpatronin der Kirche, verkörpert Licht und Hoffnung. Ihr Name, der vom lateinischen „lux“ (Licht) abgeleitet ist, macht sie zu einem Symbol für geistige Klarheit und göttliche Führung. Die barocke Figur der Luzia, die heute an der südlichen Stirnwand der Kirche steht, erinnert die Gläubigen an ihren Märtyrertod und ihre unerschütterliche Hingabe an den christlichen Glauben. Die Attribute, die sie häufig in Darstellungen begleiten – ein Palmzweig als Zeichen des Sieges über das Leiden und eine Schale mit Augen als Symbol ihrer Legende – machen sie zu einer besonderen Fürsprecherin der Gemeinde.
(Leider habe ich kein Bild der Statue und nutze deshalb ein Bild um euch Luzia mal zu Zeigen)

Der Erzengel Michael
Die Figur des Erzengels Michael an der nördlichen Seitenwand steht für göttlichen Schutz und Gerechtigkeit. Mit Schwert und Waage ausgestattet, symbolisiert er den Kampf gegen das Böse und die göttliche Ordnung, die alle Gläubigen leiten soll. Seine Position in der Kirche verdeutlicht seine Rolle als Verteidiger des Glaubens und Schutzpatron der Kirche.

Das Taufbecken: Symbol für Neuanfang
Das bronzene Taufbecken der Kirche, ein Werk des 12. Jahrhunderts, stellt das Sakrament der Taufe in den Mittelpunkt des Gemeindelebens. Es erinnert an den spirituellen Neuanfang und die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft. Die kunstvolle Gestaltung des Beckens und die Inschriften zeugen von der Bedeutung des Sakraments und verbinden die Gläubigen mit der langen Tradition der Kirche.
Die Kreuzwegstationen
Die 14 Stationen des Leidensweges Jesu, die an den Wänden des Kirchenschiffs angebracht sind, laden die Gläubigen ein, über das Opfer Christi nachzudenken und die Bedeutung seines Leidens für die Menschheit zu verstehen. Die kunstvoll in Eichenholz gerahmten Ölgemälde, die 1892 erworben wurden, sind Ausdruck der künstlerischen Hingabe und der spirituellen Kraft, die die Kirche ausstrahlt.
Fazit und Bedeutung der Pfarrkirche St. Luzia
Ein kulturelles und spirituelles Erbe
Die Pfarrkirche St. Luzia in Löf ist ein herausragendes Beispiel für die reiche Geschichte und die spirituelle Bedeutung der Moselregion. Von ihren historischen Ursprüngen als römische Begräbnisstätte über ihre Entwicklung zu einem barocken Gotteshaus bis hin zu den neugotischen Restaurierungen des 19. Jahrhunderts – jede Epoche hat ihre Spuren in diesem beeindruckenden Bauwerk hinterlassen.
Ein Ort der Begegnung und Besinnung
Heute dient die Kirche nicht nur als Ort des Glaubens, sondern auch als kultureller Treffpunkt für die Gemeinde und Pilger. Ihre reiche Innenausstattung, die beeindruckenden Kirchenfenster und die sorgfältig restaurierte Architektur machen sie zu einem Anziehungspunkt für Kunstliebhaber, Geschichtsinteressierte und Gläubige gleichermaßen.
Nachhaltigkeit und Bewahrung
Dank der Restaurierungsarbeiten zwischen 1974 und 1985 sowie des anhaltenden Engagements der Gemeinde ist die Kirche ein lebendiges Zeugnis des kulturellen Erbes der Region. Sie erinnert daran, wie wichtig der Erhalt historischer Bauwerke für die Identität und das Gemeinschaftsgefühl einer Region ist.
Einladung zur Entdeckung
Ob als Pilger auf dem Mosel-Camino, Tourist oder Gemeindemitglied – ein Besuch der Pfarrkirche St. Luzia in Löf ist eine Reise durch die Zeit, die eine tiefe Verbindung zu den spirituellen und kulturellen Wurzeln der Moselregion offenbart. Ihre Geschichten, Kunstwerke und ihre Bedeutung als Ort der Ruhe und Inspiration laden dazu ein, innezuhalten und die Schönheit dieses einzigartigen Ortes zu entdecken.
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