Das römische Amphitheater von Arles mit seinen historischen Arkaden
The Camino History · Jakobswege in Frankreich

Via Tolosana

Chemin d’Arles · GR 653 · Arles – Somportpass

Von den romanischen Pilgerheiligtümern der Provence über Montpellier, Toulouse und die Gascogne bis zu den Pyrenäen: Geschichte, sakrale Kunst und 37 Etappenvorschläge auf Frankreichs südlichem Jakobsweg.

Arles · Foto: PierreSelim · CC BY 3.0 · via Wikimedia Commons
793 kmOffizielle GR-653-Angabe*
37Tagesetappen
GR 653Voie d’Arles / Chemin d’Arles
SomportÜbergang zum Camino Aragonés
Vier große Wegtraditionen Frankreichs

Von der Provence bis zum Somportpass

Die Via Tolosana, auch Chemin d’Arles oder Voie d’Arles genannt, folgt einer der vier im Pilgerführer des Codex Calixtinus beschriebenen großen französischen Wegtraditionen nach Santiago de Compostela. Heute orientiert sie sich weitgehend am Fernwanderweg GR 653.

In Arles beginnt die Reise zwischen antiker Stadtgeschichte und romanischer Kirchenkunst. Über Saint-Gilles, Montpellier und die Abtei von Gellone in Saint-Guilhem-le-Désert führt die Route durch die Landschaften des Languedoc. Weiter westlich sind Toulouse und die Gascogne wichtige Etappenräume; nach Oloron-Sainte-Marie schließt sich das Gebirge der Pyrenäen an.

Anders als die Wege über Saint-Jean-Pied-de-Port führt dieser Weg über den Somportpass nach Spanien. Dort setzt er sich im Camino Aragonés fort, der bei Puente la Reina in den Camino Francés mündet.

Eine mittelalterliche Route – viele Wallfahrtsziele

Der Pilgerführer im fünften Buch des Codex Calixtinus nennt auf der Südroute unter anderem Cäsarius von Arles, Ägidius in Saint-Gilles, Wilhelm in Gellone und Saturninus in Toulouse. Das zeigt: Wer im Mittelalter nach Santiago unterwegs war, begegnete bedeutenden eigenständigen Heiligtümern entlang seines Weges.

*Zur Länge: Die französische Jakobswege-Organisation nennt 793 km für die Voie d’Arles. Die 37 aufgeführten Tagesetappen ergeben zusammen etwa 782 km. Die Entfernungen dienen der Orientierung und sind keine nachgemessenen GPX-Daten.

Interaktive Wegkarte

Die Via Tolosana auf der Karte

Die interaktive Karte zeigt den Weg durch Südfrankreich bis zum Pyrenäenübergang. Mit der Vollbildansicht lassen sich Ortslagen und Streckenabschnitte leichter betrachten. Die Karte dient als Überblick; für die tatsächliche Navigation sind aktuelle GR-653-Daten und Wegmarkierungen maßgeblich.

uMap · Kartengrundlage OpenStreetMapKarte separat öffnen ↗
Von der Provence in die Pyrenäen

37 Etappenvorschläge in sechs Wegabschnitten

Die Via Tolosana wird hier in 37 Tagesetappen von Arles bis zum Somportpass gegliedert. Die Kilometerzahlen sind ungefähre Planungswerte; je nach Wegeführung, Unterkunft und örtlichen Umleitungen können die Entfernungen abweichen. Die Etappen lassen sich nach Wegabschnitten aufklappen.

01
Wegabschnitt · Etappen 1–5

Arles – Montpellier

Von der römischen Provence zum Languedoc

In Arles treffen römische Geschichte und die mittelalterliche Jakobusüberlieferung aufeinander. Das Rhône-Delta und der Raum von Saint-Gilles bilden den landschaftlichen Auftakt. In Saint-Gilles erinnert die große Abteikirche an ein einst eigenständiges Wallfahrtsziel. Über die Petite Camargue und das Languedoc erreicht der Weg Montpellier.

Place de la République in Arles mit Obelisk, Rathaus und historischen Gebäuden
Arles – Place de la RépubliqueFoto: Hyppolyte de Saint-Rambert · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Saint-Gilles: eine Wallfahrt mit eigenem Gewicht

Die romanische Abteikirche Saint-Gilles besitzt eine reich skulptierte Fassade und eine bedeutende Krypta. Ihre Aufnahme in die UNESCO-Welterbestätte „Jakobswege in Frankreich“ bezieht sich auf das Bauwerk, nicht auf die gesamte Route.

Etappen 1–5 ansehen (5 Tagesetappen)
01

Arles – Saint-Gilles

ca. 22 km

Auftakt im Raum Arles: Von der historischen Stadt führt die Etappe durch die Niederungen des Rhône-Deltas bis zum großen romanischen Wallfahrtsort Saint-Gilles.

02

Saint-Gilles – Vauvert

ca. 17 km

Offene Felder, Wasserläufe und Siedlungen am Rand der Petite Camargue prägen den Weg.

03

Vauvert – Gallargues

ca. 14 km

Eine kurze Etappe durch die vom Weinbau geprägte Übergangslandschaft zwischen Gard und Hérault.

04

Gallargues – Vendargues

ca. 28 km

Längere Tagesstrecke westwärts durch das Languedoc; die Umgebung Montpelliers rückt näher.

05

Vendargues – Montpellier

ca. 12 km

Kurzer Weg in die Universitätsstadt Montpellier mit ihren historischen Plätzen und Sakralbauten.

02
Wegabschnitt · Etappen 6–9

Montpellier – Lodève

Garrigue, Hérault-Tal und die Abtei von Gellone

Westlich von Montpellier gewinnt das Gelände an Profil. Im Tal des Hérault liegt Saint-Guilhem-le-Désert, dessen mittelalterlicher Klosterbezirk zu den großen Höhepunkten der Via Tolosana gehört. Die Landschaft aus Kalkfels, schmalen Tälern und mediterraner Vegetation macht diesen Abschnitt besonders abwechslungsreich.

Das historische Château d’eau im Park Promenade du Peyrou in Montpellier
Montpellier – Château d’eau du PeyrouFoto: Christian Ferrer · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons
Die steinernen Bogenreihen des Aquädukts Saint-Clément in Montpellier
Montpellier – Aquädukt Saint-ClémentFoto: Pedemann · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
Die historische Abtei von Gellone in Saint-Guilhem-le-Désert
Saint-Guilhem-le-Désert – Abtei von GelloneFoto: Yves Tennevin · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Die Abtei Gellone und Wilhelm von Aquitanien

Die Gründung der Abtei von Gellone geht auf das frühe 9. Jahrhundert und Wilhelm von Aquitanien zurück. Der später als Heiliger verehrte Klostergründer machte den Ort über Jahrhunderte zu einem eigenen Wallfahrtsziel.

Etappen 6–9 ansehen (4 Tagesetappen)
06

Montpellier – Montarnaud

ca. 20 km

Aus Montpellier hinaus in die westlich anschließende Hügellandschaft; die urbanen Räume weichen zunehmend der Garrigue.

07

Montarnaud – Saint-Guilhem-le-Désert

ca. 22 km

Durch das Hérault-Gebiet zum ehemaligen Kloster Gellone, einem herausragenden Pilgerort der Südroute.

08

Saint-Guilhem-le-Désert – Saint-Jean-de-la-Blaquière

ca. 22 km

Felsige Wege und mediterrane Vegetation begleiten den Weg vom Klosterort in Richtung Hochfläche.

09

Saint-Jean-de-la-Blaquière – Lodève

ca. 15 km

Kürzerer Abschnitt zur alten Bischofsstadt Lodève, in der die Kathedrale Saint-Fulcran das Stadtbild mitprägt.

03
Wegabschnitt · Etappen 10–17

Lodève – Dourgne

Das stille Haut-Languedoc und die Klosterlandschaft bei Castres

Hinter Lodève steigt der Weg in Landschaften mit Wald, Wiesen und kleinen Dörfern. Im Haut-Languedoc wechseln sich ruhigere Höhenabschnitte und Siedlungen ab. Über Castres am Agout führt die Pilgerroute nach Dourgne am Fuß der Montagne Noire.

Ansicht der historischen Stadt Lodève im französischen Département Hérault
Lodève – historische StadtFoto: Archives départementales de l’Hérault / DAASI · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
Die Benediktinerinnenabtei Sainte-Scholastique in Dourgne
Dourgne – Abtei Sainte-ScholastiqueFoto: Jcb-caz-11 · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Dourgne: mittelalterlicher Weg, jüngere Klöster

Die Benediktinerinnenabtei Sainte-Scholastique wurde erst um 1890 gegründet; sie ist somit kein mittelalterliches Pilgerkloster. Gerade diese Unterscheidung macht deutlich, wie alte Wegtraditionen und jüngeres klösterliches Leben nebeneinander bestehen.

Etappen 10–17 ansehen (8 Tagesetappen)
10

Lodève – Lunas

ca. 27 km

Ländliche Wege führen weiter durch die nördlicheren Landschaften des Hérault.

11

Lunas – Saint-Gervais

ca. 28 km

Eine längere Etappe mit ruhigen Dörfern und bewaldeten Passagen im Übergang zum Haut-Languedoc.

12

Saint-Gervais – Murat

ca. 23 km

Aufwärts und weiter über waldreiche Höhenzüge; genaue Wegeführung und Unterkünfte vor Ort prüfen.

13

Murat – La Salvetat

ca. 22 km

Landschaft der Hochflächen und Wälder im Haut-Languedoc.

14

La Salvetat – Anglès

ca. 19 km

Weiter durch wasserreiche und waldige Landschaften auf der Montagne-Noire-Seite.

15

Anglès – Boissezon

ca. 21 km

Kleine Ortschaften und hügelige Wege zwischen Hochland und Tarnbecken.

16

Boissezon – Castres

ca. 17 km

Der Weg erreicht Castres, bekannt für die Häuser am Agout und seine historische Stadtlandschaft.

17

Castres – Dourgne

ca. 22 km

Von Castres in Richtung Montagne Noire; in Dourgne prägen die Benediktinerabteien En-Calcat und Sainte-Scholastique das geistliche Leben.

04
Wegabschnitt · Etappen 18–22

Dourgne – Toulouse

Durch das Lauragais in die Stadt des heiligen Saturninus

Nach Revel führt der Weg durch das Lauragais. Auf dem Weg nach Toulouse tauchen historische Übergänge, Dörfer und der durch den Canal du Midi geprägte Wirtschaftsraum auf. Toulouse ist einer der wichtigsten religiösen und städtischen Haltepunkte der Via Tolosana.

Toulouse im Pilgerführer des 12. Jahrhunderts

Der sogenannte Pilgerführer im Codex Calixtinus verweist auf die Verehrung des heiligen Saturninus (Sernin) in Toulouse. Die heutige Basilika ist eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Südfrankreichs und Bestandteil des seriellen UNESCO-Welterbes.

Etappen 18–22 ansehen (5 Tagesetappen)
18

Dourgne – Revel

ca. 17 km

Eine kürzere Tagesetappe nach Revel, dessen rechtwinklig angelegter Ortskern an die mittelalterliche Bastidenplanung erinnert.

19

Revel – Les Cassès

ca. 17 km

Felder und kleinere Ortschaften begleiten den Übergang in das Lauragais.

20

Les Cassès – Avignonet

ca. 22 km

Weg durch das Lauragais mit weitem Blick auf landwirtschaftlich geprägte Flächen.

21

Avignonet – Baziège

ca. 27 km

Durch den Raum des Canal du Midi und seiner historischen Wasserbauwerke in Richtung Toulouse.

22

Baziège – Toulouse

ca. 31 km

Längere Strecke bis Toulouse, dem großen städtischen und sakralen Mittelpunkt der Via Tolosana.

05
Wegabschnitt · Etappen 23–30

Toulouse – Maubourguet

Die offene Hügellandschaft der Gascogne

Westlich von Toulouse wechselt der Charakter des Weges: Die Gascogne mit Feldern, sanft geschwungenen Höhen, kleinen Kirchen und historischen Orten bestimmt das Bild. Etappen über L’Isle-Jourdain, Gimont, Montesquiou und Marciac leiten schließlich nach Maubourguet.

Toulouse in der Abenddämmerung mit Garonne, beleuchteter Brücke und Riesenrad, gesehen vom Pont Saint-Pierre
Toulouse am Abend – Blick vom Pont Saint-PierreFoto: PierreSelim · CC BY 3.0 · via Wikimedia Commons
Romanisches Mittelschiff der Basilika Saint-Sernin in Toulouse mit hohem Gewölbe und Blick zum Chor
Toulouse – Innenraum der Basilika Saint-SerninFoto: Diego Delso · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Kultureller Zwischenhalt in Auch

Die Kathedrale Sainte-Marie in Auch zählt zu den großen Kulturdenkmälern der Gascogne. Sie ist Teil des französischen Jakobswege-Welterbes. Die dargestellte Etappenfolge führt nicht direkt durch das Zentrum von Auch. Für einen Besuch kann deshalb ein Abstecher nötig sein.

Etappen 23–30 ansehen (8 Tagesetappen)
23

Toulouse – Pibrac

ca. 17 km

Die Stadt wird verlassen; die Route zieht westwärts in die Umgebung von Pibrac.

24

Pibrac – L’Isle-Jourdain

ca. 23 km

Der Weg nähert sich der Gascogne mit weiten Feldern und flachwelligen Landschaften.

25

L’Isle-Jourdain – Gimont

ca. 22 km

Hügel, Wirtschaftswege und kleine Ortschaften prägen das südwestfranzösische Land.

26

Gimont – Montégut

ca. 22 km

Auf den sanften Höhen der Gascogne eröffnen sich weite Blicke auf die umgebende Landschaft.

27

Montégut – Barran

ca. 27 km

Längere Etappe durch die Gascogne; in Barran fällt der ungewöhnlich gedrehte Turm der Pfarrkirche auf.

28

Barran – Montesquiou

ca. 15 km

Kurzer Weg durch grüne Hügel und ländliche Siedlungen.

29

Montesquiou – Marciac

ca. 24 km

Weiter durch Gascogne-Landschaften mit alten Dorfkernen und kleinen Kirchen.

30

Marciac – Maubourguet

ca. 18 km

Zwischen Feldern und Flusslandschaften nach Maubourguet, wo der Abzweig zur Lourdes-Variante beginnt.

06
Wegabschnitt · Etappen 31–37

Maubourguet – Somportpass

Durch Béarn und Aspe-Tal zum spanischen Jakobsweg

In Morlaàs und Lescar liegen bedeutende sakrale Zeugnisse des Béarn. Nach Oloron-Sainte-Marie wird der Weg gebirgiger und folgt dem Aspe-Tal über Sarrance und Borce zum Somportpass. Dort verbindet sich die Via Tolosana mit dem Camino Aragonés in Spanien.

Somport: ein historischer Pyrenäenübergang

Der Somportpass liegt auf rund 1.632 Metern Höhe. Er verbindet den französischen Aspe-Raum mit Aragonien. Der weitere Jakobsweg führt über Canfranc und Jaca nach Puente la Reina, wo der Camino Aragonés zum Camino Francés stößt.

Etappen 31–37 ansehen (7 Tagesetappen)
31

Maubourguet – Anoye

ca. 23 km

Westwärts durch ruhige Täler und Hügel auf dem Weg in den Béarn.

32

Anoye – Morlaàs

ca. 15 km

Eine kürzere Etappe bis in die alte Residenzstadt Morlaàs, bekannt für ihre romanische Kirche Sainte-Foy.

33

Morlaàs – Lescar

ca. 20 km

Die Route führt in Richtung Lescar und seiner mittelalterlichen Kathedrale Notre-Dame.

34

Lescar – Oloron-Sainte-Marie

ca. 31 km

Längere Etappe nach Oloron-Sainte-Marie; hier öffnet sich der Zugang zum Aspe-Tal und zum Pyrenäenübergang.

35

Oloron-Sainte-Marie – Sarrance

ca. 21 km

Die Etappe führt in das Vallée d’Aspe zur Wallfahrtskirche von Sarrance.

36

Sarrance – Borce

ca. 22 km

Entlang des zunehmend gebirgigen Aspe-Tals Richtung Grenzgebirge.

37

Borce – Somportpass

ca. 17 km

Der letzte französische Abschnitt steigt zum rund 1.632 Meter hohen Somportpass auf; jenseits beginnt der Camino Aragonés.

Seitenweg zum Marienwallfahrtsort

Die Variante über Lourdes

Von Maubourguet ist eine Pilgerverbindung nach Lourdes möglich. Für den Abschnitt nach Lourdes gibt es den markierten GR 101; anschließend führen Wanderverbindungen über das Pyrenäenvorland wieder zur Via Tolosana bei Oloron-Sainte-Marie. Diese Variante ist ein eigenständiger Umweg und ersetzt nicht die Hauptstrecke.

Lourdes-Variante: sechs Etappen · ca. 132 km

Die Lourdes-Variante umfasst sechs Etappen mit insgesamt etwa 132 km. Die Entfernungen sind Näherungswerte und können je nach Wegverlauf und lokalen Umleitungen abweichen.

Lourdes-Etappen 1–6 ansehen (6 Tagesetappen)
01

Maubourguet – Tarasteix

ca. 25 km

Abzweig von der Hauptroute in Richtung Lourdes; ab Maubourguet folgt der Zubringerweg dem GR 101 in den Hautes-Pyrénées.

02

Tarasteix – Ibos

ca. 14 km

Durch ländliche Räume bis Ibos mit seiner historischen Stiftskirche.

03

Ibos – Lourdes

ca. 22 km

Ankunft im international bekannten Marienwallfahrtsort Lourdes.

04

Lourdes – Asson

ca. 24 km

Auf dem Weg aus Lourdes in Richtung Béarn; Anschlüsse verlaufen abschnittsweise über den Pyrenäenvorlandweg.

05

Asson – Arudy

ca. 18 km

Durch das Pyrenäenvorland, mit Ausblicken auf erste höhere Bergzüge.

06

Arudy – Oloron-Sainte-Marie

ca. 29 km

Rückkehr zur Via Tolosana in Oloron-Sainte-Marie.

Sakrale Kunst und Pilgergeschichte

Historische Bauwerke und Wallfahrtsorte

Die Via Tolosana verbindet religiöse Orte ganz unterschiedlicher Entstehungszeiten. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die großen romanischen Kirchen in Arles, Saint-Gilles, Gellone und Toulouse sowie die Sakrallandschaften der Gascogne und des Béarn.

Saint-Trophime in Arles

Das romanische Portal von Saint-Trophime erinnert an die Bildsprache des Mittelalters am traditionellen Ausgangspunkt.

Abteikirche Saint-Gilles

Romanische Westfassade und Krypta machen den Ort zu einem der bedeutenden Heiligtümer der frühen Wegstrecke.

Abtei Gellone in Saint-Guilhem

Ehemaliges Benediktinerkloster mit früher Geschichte, das im mittelalterlichen Wallfahrtswesen eine wichtige Rolle spielte.

Basilika Saint-Sernin in Toulouse

Der Pilgerheilige Saturninus und die Baukunst der Romanik prägen die große Wallfahrtskirche.

Kathedrale Sainte-Marie in Auch

Ein Hauptwerk sakraler Baukunst in der Gascogne; für einen Besuch ggf. von der hier beschriebenen Etappenlinie abweichen.

Kathedrale und Altstadt von Lescar

Romanische und mittelalterliche Spuren auf dem Weg durch den Béarn.

Sarrance und der Somport

Wallfahrt im Aspe-Tal und der historische Übergang vom französischen in das spanische Jakobswegenetz.

UNESCO-Welterbe – richtig eingeordnet

Im seriellen Welterbe „Jakobswege in Frankreich“ sind ausgewählte Monumente enthalten, unter anderem Saint-Gilles, Gellone, Saint-Sernin und die Kathedrale von Auch. Die gesamte heutige Strecke Arles–Somport ist nicht als zusammenhängendes Welterbe eingetragen.

Praktische Hinweise

Die südliche Jakobswegroute planen

Die Via Tolosana verläuft durch sehr unterschiedliche Landschaften: Im Sommer können Provence und Languedoc heiß sein, während im Aspe-Tal und am Somportpass die Wetterverhältnisse erheblich anspruchsvoller werden. Gerade in Bergabschnitten sollten Wetter, Wegzustand, Ausweichmöglichkeiten und saisonale Unterkünfte vor der Wanderung geprüft werden.

Die heutige Hauptroute ist als GR 653 bekannt. Der französische Pilgerpass (credencial) ermöglicht das Sammeln von Pilgerstempeln und wird in vielen Pilgerunterkünften als Nachweis genutzt. Konkrete Öffnungszeiten und Stempelstellen können sich ändern. Wer nach Santiago weitergeht, folgt ab dem Somportpass der Markierung des Camino Aragonés.

Die fünf wichtigsten Fragen

FAQ zur Via Tolosana

Wo beginnt und endet die Via Tolosana?

Sie beginnt in Arles und erreicht auf französischer Seite den Somportpass. In Spanien führt der Camino Aragonés über Jaca weiter nach Puente la Reina.

Wie lang ist die Via Tolosana?

Die französische Jakobswege-Organisation nennt für den GR 653 rund 793 km. Die 37 aufgeführten Etappen ergeben zusammen etwa 782 km; je nach Routenvariante und Messweise können die Gesamtentfernungen voneinander abweichen.

Wie viele Etappen umfasst der Chemin d’Arles?

Die Strecke von Arles bis zum Somportpass ist hier in 37 Tagesetappen gegliedert. Je nach Unterkunft, Kondition und gewählter Route sind auch andere Etappeneinteilungen möglich.

Gibt es eine Variante über Lourdes?

Ja. Von Maubourguet führt ein Zubringer über den GR 101 in Richtung Lourdes. Anschließend ist eine Rückkehr zur Hauptstrecke bei Oloron-Sainte-Marie über Verbindungen im Pyrenäenvorland möglich.

Wo geht der Jakobsweg nach dem Somportpass weiter?

Auf dem Camino Aragonés geht es über Canfranc, Jaca und Sangüesa nach Puente la Reina. Dort besteht der Anschluss an den Camino Francés Richtung Santiago de Compostela.

Das europäische Pilgerwegenetz

Am Somportpass endet der Weg nicht

Die Via Tolosana gehört zu den großen französischen Hauptwegen. Wer über die Pyrenäen weiterwandert, findet auf The Camino History die anschließenden spanischen Routen und weitere französische Hauptachsen.

The Camino History

Zwischen mediterranen Heiligtümern und den Pyrenäen

Die Via Tolosana erzählt von der Geschichte des Pilgerns in Südfrankreich: von antiken Städten, romanischen Kirchen und alten Wallfahrtsorten bis zum gebirgigen Übergang nach Aragón.

Quellen und weiterführende Informationen: Chemins de Compostelle – Voie d’Arles (GR 653) · UNESCO – Jakobswege in Frankreich · Via Compostela – Etappen der Voie d’Arles · Chemin de Lourdes (GR 101). Die Entfernungen der 37 Etappen dienen der Tourenplanung und sind keine amtliche Kilometrierung des GR 653.