Basilika Saint-Martin mit steinerner Fassade und Kuppel sowie mittelalterlichem Turm Charlemagne in Tours
Europäische Pilgerwege · Frankreich · GR 655

Via Turonensis

Von Paris über Tours nach Saint-Jean-Pied-de-Port

Die nördlichste der vier großen französischen Jakobswegachsen: zwei Wege über Orléans oder Chartres, vereint in Tours – begleitet von Kathedralen, romanischen Kirchen, Flusstälern und den Wäldern der Gascogne.

Tours · Foto: Benjamin Smith · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
ca. 1.027 kmoffizielle Routenübersicht*
38Etappenvorschläge via Orléans
19Etappenvorschläge via Chartres
GR 655beide französischen Wegäste
Pilgern zwischen Nordfrankreich und den Pyrenäen

Der Weg über Tours

Von der Tour Saint-Jacques in Paris führt die Via Turonensis südwestwärts durch Frankreich. Hinter der Hauptstadt verzweigt sich der GR 655 in einen östlichen Weg über Orléans und einen westlichen über Chartres. Beide treffen im Raum Vouvray / Tours wieder zusammen.

Der Name Via Turonensis erinnert an Tours, das bereits lange vor der Ausbreitung der Pilgerfahrten nach Santiago als Wallfahrtsort des heiligen Martin bekannt war. Sein Grab zieht seit Jahrhunderten Gläubige an. Im Liber Sancti Jacobi wird Tours als wichtiger Orientierungspunkt der französischen Jakobswegtradition genannt.

Nach Tours führt der Weg über Poitiers, Saintes und Bordeaux sowie durch die Landes und das französische Baskenland nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Über den Pyrenäenübergang verbindet er sich mit dem Camino Francés in Spanien.

Zwei Pilgerkorridore · zwei uMap-Karten

Karten und Wegeführung

Beide historischen Wegäste gehören zur Via Turonensis. Die Karten zeigen die bestehende Streckenführung für die Orientierung zwischen Paris und Tours sowie die anschließende gemeinsame Route.

Ostlicher ZweigÜber Orléans

Paris – Étampes – Orléans – Blois – Amboise – Tours, danach südwärts über Poitiers und Bordeaux.

Etappen über Orléans →
Westlicher ZweigÜber Chartres

Antony – Rambouillet – Chartres – Châteaudun – Vendôme – Tours mit der gotischen Kathedrale als großem Wallfahrtsort.

Etappen über Chartres →
Interaktive Wegkarte · OpenStreetMap / uMapKarte im Vollbild öffnen ↗
Interaktive Wegkarte · OpenStreetMap / uMapKarte im Vollbild öffnen ↗
GR 655 · Östlicher Wegast

Via Turonensis über Orléans

Die Etappen führen aus Paris in die Ebene der Beauce, zu den Kulturstädten an der Loire und ab Tours durch Poitou, Saintonge, das Bordelais, die Landes und das Baskenland.

Etappen und Distanzen

Die folgenden 38 Tagesabschnitte sind Etappenvorschläge. Zwischen Angerville und Artenay liegt eine zusätzliche, nicht kilometrierte Verbindung, die bei der Tourenplanung ausdrücklich einbezogen werden muss. Fährverbindungen und örtliche Alternativstrecken können sich ändern.

01
Île-de-France

Von Paris in die Beauce

Der Beginn an der Tour Saint-Jacques und der Übergang von der Großstadt in offene Landschaften.

Alle Etappen dieses Abschnitts Tagesabschnitte01–04
01

Paris – Villebon-sur-Yvette

ca. 20,5 km

Von der Tour Saint-Jacques führt der Weg südwärts aus Paris hinaus. Die Randgebiete der Île-de-France leiten zur Yvette über.

02

Villebon-sur-Yvette – Arpajon

ca. 19,0 km

Die Landschaft wird ländlicher; Arpajon mit seinen historischen Markthallen ist ein lohnender Zwischenhalt.

03

Arpajon – Étampes

ca. 24,0 km

Über das südliche Pariser Umland geht es zur historischen Stadt Étampes mit Kirchen und mittelalterlichen Türmen.

04

Étampes – Angerville

ca. 23,5 km

Offenes Ackerland der Beauce prägt den Weg nach Angerville; Schatten und Versorgungsstellen sind hier nicht überall selbstverständlich.

02
Centre-Val de Loire

Orléans und das Tal der Loire

Die Loire, die Kathedrale Sainte-Croix und die Kulturlandschaft zwischen Orléans, Blois und Tours.

Alle Etappen dieses Abschnitts Tagesabschnitte05–11
05

Artenay – Orléans

ca. 24,0 km

Aus der weiten Beauce geht es in die Loirestadt Orléans. Die Kathedrale Sainte-Croix prägt das Stadtbild.

06

Orléans – Beaugency

ca. 26,0 km

Entlang des Loire-Korridors führt die Etappe nach Beaugency, bekannt für mittelalterliche Architektur und die Brücke über die Loire.

07

Beaugency – Suèvres

ca. 21,0 km

Dörfer und Flusslandschaften begleiten den Weg in die Region um Suèvres.

08

Suèvres – Blois

ca. 14,0 km

Eine kürzere Etappe bis Blois mit seinem Königsschloss und dem historischen Stadtkern oberhalb der Loire.

09

Blois – Chaumont-sur-Loire

ca. 22,5 km

Die Loire und ihre Kulturlandschaft führen in den Bereich des Schlosses Chaumont-sur-Loire.

10

Chaumont-sur-Loire – Amboise

ca. 22,0 km

Über die Touraine nähert man sich Amboise, dessen Schloss hoch über dem Fluss liegt.

11

Amboise – Tours

ca. 28,0 km

Durch die Loirelandschaft geht es nach Tours, wo das Grab des heiligen Martin das historische Zentrum der Pilgerverehrung bildet.

Blick durch eine Straße in Orléans auf die gotische Kathedrale Sainte-Croix und eine Straßenbahn
Orléans · Kathedrale Sainte-Croix mit Straßenbahn in der Altstadt
Foto: Anthony Bourgouin · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
Fachwerkhaus mit rotbraunem Holzfachwerk in einer engen historischen Straße von Orléans
Orléans · Fachwerkhäuser in der historischen Innenstadt
Foto: Paul.schrepfer · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
Steinerne Westfassade der Basilika Saint-Martin in Tours mit Kuppel und benachbartem Turm
Tours · Westfassade und Kuppel der Basilika Saint-Martin
Foto: Parsifall · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons
03
Touraine · Poitou

Tours und das romanische Poitou

Auf den Spuren des heiligen Martin weiter zu den bedeutenden romanischen Kirchen von Poitiers und Melle.

Alle Etappen dieses Abschnitts Tagesabschnitte12–19
12

Tours – Sorigny

ca. 26,0 km

Südlich von Tours wechseln Stadtrand, Felder und kleine Orte einander ab.

13

Sorigny – Sainte-Maure-de-Touraine

ca. 20,5 km

Die Route zieht durch offene Landschaften der südlichen Touraine und erreicht Sainte-Maure-de-Touraine.

14

Sainte-Maure-de-Touraine – Les Ormes

ca. 21,0 km

Durch die Touraine geht es in Richtung Poitou; das Gelände bleibt überwiegend sanft gewellt.

15

Les Ormes – Châtellerault

ca. 22,0 km

Die Vienne begleitet die Annäherung an Châtellerault, eine Stadt mit historischen Brücken und Industriegeschichte.

16

Châtellerault – Poitiers

ca. 34,5 km

Die lange Tagesstrecke endet in Poitiers mit bedeutenden romanischen Kirchen und der Kathedrale Saint-Pierre.

17

Poitiers – Coulombiers

ca. 20,0 km

Hinter den Kirchen von Poitiers führt der Pilgerweg durch ruhige Dörfer und bewirtschaftete Landschaften.

18

Coulombiers – Saint-Sauvant

ca. 22,0 km

Waldstücke und kleine Siedlungen bestimmen den Weg nach Saint-Sauvant.

19

Saint-Sauvant – Melle

ca. 27,0 km

Melle besitzt ein bemerkenswertes Ensemble romanischer Kirchen, darunter Saint-Hilaire.

Weites Panorama von Poitiers mit zahlreichen Kirchendächern und historischen Gebäuden, gesehen von einem begrünten Aussichtspunkt
Poitiers · Panorama vom Belvédère des Dunes
Foto: Jmdigne · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons
Panorama der Dächer und romanischen Kirchen im Zentrum von Poitiers unter bewölktem Himmel
Poitiers · Kirchtürme und historische Altstadt
Foto: Luca Aless · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
04
Nouvelle-Aquitaine

Saintonge, Saintes und die Gironde

Römisches Erbe und mittelalterliche Pilgerkirchen prägen den Weg nach Saintes; südlich davon führt die Route zur Gironde.

Alle Etappen dieses Abschnitts Tagesabschnitte20–28
20

Melle – Aulnay

ca. 33,0 km

Auf dem Weg nach Aulnay lohnt der Blick auf die romanische Kirche Saint-Pierre und ihre reich skulptierten Portale.

21

Aulnay – Saint-Jean-d’Angély

ca. 22,5 km

Saint-Jean-d’Angély bewahrt Spuren seiner abteilichen und städtischen Pilgergeschichte.

22

Saint-Jean-d’Angély – Saintes

ca. 35,0 km

Eine ausgedehnte Etappe führt nach Saintes, wo römische Denkmäler und die Basilika Saint-Eutrope warten.

23

Saintes – Pons

ca. 23,0 km

Südlich von Saintes erreicht man Pons mit seinen historischen Bauwerken und dem alten Pilgerhospital.

24

Pons – Mirambeau

ca. 29,5 km

Weinberge, kleine Ortschaften und offene Landschaften führen weiter in Richtung Gironde.

25

Mirambeau – Saint-Aubin-de-Blaye

ca. 17,0 km

Ein vergleichsweise kurzer Abschnitt durch ländliche Gebiete im Norden des Départements Gironde.

26

Saint-Aubin-de-Blaye – Blaye

ca. 19,0 km

In Blaye beeindruckt die Zitadelle oberhalb der Gironde. Für die Fortsetzung ist die Fähre nach Lamarque zu beachten.

27

Blaye – Arsac

ca. 18,0 km

Die Etappe schließt die Fährüberfahrt Blaye–Lamarque ein und führt danach durch die Weinlandschaften des Médoc.

28

Arsac – Bordeaux

ca. 24,0 km

Vom Médoc aus nähert sich die Route Bordeaux mit Kathedrale Saint-André und historischen Plätzen.

Ruinen der elliptischen Zuschauertribünen und der Arena des römischen Amphitheaters von Saintes
Saintes · Römisches Amphitheater von Mediolanum
Foto: Myrabella · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons
Römischer Bogen Arc de Germanicus am Ufer der Charente in Saintes mit Boot auf dem Fluss
Saintes · Arc de Germanicus an der Charente
Foto: Norbert Nagel · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
Gironde überqueren

Die Verbindung von Blaye nach Lamarque erfolgt mit einer Fähre; die Überfahrt ist kein Fußweg. Abfahrtszeiten, Wetterbedingungen und Fahrbetrieb müssen vor Ort geprüft werden. Offizielle Fährinformation ↗

05
Gascogne

Von Bordeaux durch die Landes

Hinter Bordeaux übernehmen Kiefernwälder und ausgedehnte Wege durch die Landes die Szenerie.

Alle Etappen dieses Abschnitts Tagesabschnitte29–34
29

Bordeaux – Le Barp

ca. 35,0 km

Südlich von Bordeaux beginnt der längere Marsch durch die Kiefernwälder der Landes de Gascogne.

30

Le Barp – Saugnacq-et-Muret

ca. 28,0 km

Weite Waldflächen und gerade Wege prägen diesen landschaftlich ruhigen Abschnitt.

31

Saugnacq-et-Muret – Labouheyre

ca. 31,0 km

Der Weg führt durch das Waldgebiet der Gascogne; ausreichend Wasser und die Versorgung an Etappenzielen sind wichtig.

32

Labouheyre – Onesse-et-Laharie

ca. 24,5 km

Durch Kiefernforste und kleine Orte geht es weiter nach Süden.

33

Onesse-et-Laharie – Taller

ca. 25,0 km

Lange Waldwege und vereinzelte Siedlungen begleiten die Annäherung an Taller.

34

Taller – Dax

ca. 22,5 km

Mit Dax erreicht der Jakobsweg die traditionsreiche Kur- und Thermalstadt an der Adour.

Symmetrische klassizistische Fassaden am Place de la Bourse in Bordeaux spiegeln sich im flachen Wasserbecken
Bordeaux · Place de la Bourse und Miroir d’eau
Foto: Patrick Despoix · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
06
Dax · Ostabat · Saint-Jean-Pied-de-Port

Vom Adour-Tal ins Baskenland

Thermalstadt Dax, Abteien, baskische Hügel und der Weg zum gemeinsamen Treffpunkt der Jakobswege.

Alle Etappen dieses Abschnitts Tagesabschnitte35–38
35

Dax – Sorde-l’Abbaye

ca. 25,0 km

Der Weg führt von Dax zur ehemaligen Benediktinerabtei Sorde-l’Abbaye und ihrer historischen Pilgertradition.

36

Sorde-l’Abbaye – Bergouey-Viellenave

ca. 20,0 km

Flusstäler und ländliche Orte prägen die Verbindung in Richtung französisches Baskenland.

37

Bergouey-Viellenave – Ostabat-Asme

ca. 26,0 km

Die Landschaft wird hügeliger. In Ostabat begegnen sich traditionelle Wege nach Santiago.

38

Ostabat-Asme – Saint-Jean-Pied-de-Port

ca. 23,0 km

Die letzte französische Etappe führt in die baskische Pilgerstadt am Fuß der Pyrenäen.

GR 655 · Westlicher Wegast

Die Via Turonensis über Chartres

Die westliche Variante bringt eine der eindrucksvollsten Pilgerkathedralen Europas in den Wegverlauf. Von der Île-de-France führt sie über Rambouillet und Maintenon nach Chartres, danach weiter durch das Tal des Loir und die Touraine bis nach Tours.

Die Kathedrale Notre-Dame de Chartres ist seit 1979 eigenständiges UNESCO-Welterbe. Ihre gotische Architektur, die Glasfenster des 12. und 13. Jahrhunderts und die traditionelle Marienwallfahrt prägen den Charakter dieses Wegastes.

Beginn und Weiterführung

Die folgenden 19 Tagesetappen beginnen in Antony. Wer an der Tour Saint-Jacques in Paris startet, plant dafür zusätzlich den Weg nach Antony ein. In Tours geht die Variante in die gemeinsame Via Turonensis über; anschließend kann direkt mit der Etappe Tours – Sorigny weitergegangen werden.

Luftaufnahme von Chartres mit der Kathedrale Notre-Dame und ihren beiden hohen Türmen über den Dächern der Altstadt
Chartres · Luftaufnahme der Kathedrale und der historischen Stadt
Foto: Ludvig14 · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
Seitenansicht der gotischen Kathedrale von Chartres mit ihren beiden unterschiedlich gestalteten Türmen und grünem Dach
Chartres · Kathedrale Notre-Dame mit den beiden ungleichen Türmen
Foto: Honge, Bearbeitung MathKnight · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons
Von Antony bis Chartres Wälder, Eure-Tal und Marienwallfahrt01–06
01

Antony – Bures-sur-Yvette

ca. 15,9 km

Von Antony führt der westliche Pilgerast in Richtung Tal der Yvette und in die grüneren Gebiete südlich von Paris.

02

Bures-sur-Yvette – Bonnelles

ca. 19,2 km

Im Umfeld des Regionalen Naturparks Haute Vallée de Chevreuse wechseln bewaldete Abschnitte und kleine Orte.

03

Bonnelles – Rambouillet

ca. 21,2 km

Wälder und Parklandschaften begleiten die Annäherung an Rambouillet mit seinem Schloss.

04

Rambouillet – Épernon

ca. 24,6 km

Zwischen den Wäldern von Rambouillet und den offenen Landschaften der Beauce liegt Épernon.

05

Épernon – Maintenon

ca. 19,1 km

Die Wege führen in das Eure-Tal nach Maintenon mit seinem Schloss und dem historischen Aquädukt.

06

Maintenon – Chartres

ca. 16,3 km

Über das offene Umland erreicht man Chartres; die ungleichen Türme der Kathedrale sind weithin sichtbar.

Durch die Beauce und das Loir-Tal Illiers-Combray, Châteaudun, Vendôme07–13
07

Chartres – Nogent

ca. 28,9 km

Nach Chartres setzt sich der Weg durch die weiten Landschaften von Eure-et-Loir in Richtung Nogent fort.

08

Nogent – Illiers-Combray

ca. 21,2 km

Illiers-Combray ist mit Marcel Proust verbunden und bietet Einblicke in die Literaturgeschichte.

09

Illiers-Combray – Bonneval

ca. 19,9 km

Offene Feldfluren und kleine Siedlungen führen nach Bonneval mit seinen Wasserläufen und historischen Gebäuden.

10

Bonneval – Châteaudun

ca. 26,6 km

Châteaudun beeindruckt mit seinem Schloss und den Altstadtgassen über dem Loir.

11

Châteaudun – Cloyes

ca. 22,5 km

Der Weg folgt dem Loir-Korridor nach Cloyes-sur-le-Loir und passiert ländliche Ortschaften.

12

Cloyes – Fréteval

ca. 19,6 km

Bei Fréteval erinnert die Burgruine an die lange Geschichte der Region.

13

Fréteval – Vendôme

ca. 18,8 km

Durch das Loir-Tal geht es nach Vendôme mit der Abteikirche La Trinité.

Von Vendôme nach Tours Loir und Touraine14–19
14

Vendôme – Houssay

ca. 21,8 km

Hinter Vendôme bestimmen Felder und kleine Orte den Weg Richtung Touraine.

15

Houssay – Prunay-Cassereau

ca. 16,4 km

Ein ländlicher Abschnitt durch das Grenzgebiet zwischen Loir-Tal und Touraine.

16

Prunay-Cassereau – Château-Renault

ca. 15,6 km

Die Stadt Château-Renault blickt auf eine lange Geschichte der Gerbereien zurück.

17

Château-Renault – Reugny

ca. 17,0 km

Die Landschaft wird sanft hügelig; kleine Orte und landwirtschaftliche Flächen begleiten den Weg.

18

Reugny – Vouvray

ca. 19,4 km

Vor Tours erreicht die Route die Weinbaulandschaft um Vouvray.

19

Vouvray – Tours

ca. 16,4 km

Die beiden Äste der Via Turonensis führen wieder zusammen; das Ziel ist die Basilika Saint-Martin in Tours.

Sakrale Architektur und Kulturgeschichte

Die historischen Höhepunkte

Von der mittelalterlichen Wallfahrt zu Martin von Tours über gotische Kathedralen und romanische Portale bis zu römischen Denkmälern in Saintes spannt die Via Turonensis einen weiten Bogen durch Frankreichs Geschichte.

Paris · Tour Saint-Jacques

Der erhaltene Turm der ehemaligen Kirche Saint-Jacques-de-la-Boucherie erinnert an die Jakobstradition der Hauptstadt.

Orléans · Sainte-Croix

Die gotische Kathedrale gehört zu den großen Sakralbauten an der Loire.

Chartres · Notre-Dame

Die Kathedrale und ihre Glasfenster sind Zeugnisse der Hochgotik und der jahrhundertelangen Marienwallfahrt.

Tours · Saint-Martin

Das Grab des im Jahr 397 verstorbenen heiligen Martin machte Tours zum Wallfahrtszentrum, lange bevor der Jakobsweg seine heutige Gestalt erhielt.

Poitiers · Kirchenkunst

Notre-Dame-la-Grande, Saint-Hilaire-le-Grand und weitere Bauwerke erschließen das sakrale Erbe des Poitou.

Saintes · Antike und Romanik

Das römische Amphitheater, der Germanicusbogen und die Basilika Saint-Eutrope stehen für ganz unterschiedliche historische Epochen.

Blaye · Vauban-Festung

Die Zitadelle am Ufer der Gironde war Teil eines umfassenden Verteidigungssystems.

Bordeaux · Saint-André

Die Kathedrale gehört zu den ausgewählten französischen Bauwerken des UNESCO-Welterbes der Jakobswege.

Sorde-l’Abbaye · Abteigeschichte

Die ehemalige Abtei erinnert an die religiöse und kulturelle Bedeutung des Adourraums.

UNESCO-Welterbe entlang des Weges

Mehrere Bauwerke und ausgewählte Wegabschnitte der französischen Jakobswege wurden 1998 als „Routes of Santiago de Compostela in France“ eingetragen. Chartres ist zusätzlich als eigenständiges Welterbe ausgezeichnet. Nicht die gesamte heutige Via Turonensis ist als ein einziger durchgehender Welterbeweg geschützt.

Etappenplanung · Orientierung · Natur

Gut vorbereitet unterwegs

WegeführungDer GR 655 besitzt zwischen Paris und Tours zwei beschilderte Äste. Vor allem in Städten, bei Baustellen und in den Landes ist der aktuelle Kartenstand wichtig.
Wasser & VersorgungDie offenen Felder der Beauce und die langen Forststrecken südlich von Bordeaux erfordern eine sorgfältige Planung der Trinkwasserversorgung.
Lange EtappenEinige Tagesvorschläge übersteigen 30 km. Wer entspannter wandern möchte, kann Etappen mit passender Unterkunft verkürzen.
Fähre bei BlayeDie Gironde wird zwischen Blaye und Lamarque per Schiff überquert. Fahrplan und Betriebsbedingungen vor Anreise prüfen.
SchlussabschnittNach Ostabat-Asme folgt der Weg dem gemeinsamen Korridor nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Der Übergang nach Spanien über die Pyrenäen wird anschließend separat geplant.
Häufige Fragen

FAQ zur Via Turonensis

Wo beginnt und endet die Via Turonensis?

Die übliche französische Hauptstrecke beginnt an der Tour Saint-Jacques in Paris und endet in Saint-Jean-Pied-de-Port am Fuß der Pyrenäen.

Ist die Strecke über Chartres eine eigene Jakobswegroute?

Die Route über Chartres ist eine westliche Variante der Via Turonensis beziehungsweise des GR 655. Sie trifft im Raum Vouvray und Tours auf den Wegast über Orléans.

Wie lang ist die Via Turonensis?

Die offizielle französische Routenübersicht nennt rund 1.027 km. Die tatsächlich gelaufene Strecke hängt insbesondere von der gewählten Variante, dem Einstieg und den Tagesetappen ab.

Wie viele Etappen hat die Via Turonensis?

Diese Wegbeschreibung enthält 38 Tagesetappen über Orléans und 19 Etappen für die Variante über Chartres von Antony nach Tours. Bei der Orléans-Einteilung ist die Verbindung Angerville–Artenay zusätzlich einzuplanen.

Wo treffen sich die beiden Varianten?

Die östliche und westliche Wegeführung laufen im Raum Vouvray/Tours zusammen. Ab Tours geht es auf dem gemeinsamen Weg über Poitiers, Saintes und Bordeaux nach Süden.

Pilgern über Grenzen hinweg

Anschlüsse der Via Turonensis

Die vier französischen Hauptwege nähern sich den Pyrenäen auf unterschiedlichen Trassen. In Ostabat-Asme kommt die Via Turonensis mit weiteren Jakobswegen zusammen. Von Saint-Jean-Pied-de-Port führt der Camino Francés über die Pyrenäen nach Spanien.

The Camino History · Pilgerwege in Europa

Paris, Tours und der lange Weg nach Süden

Die Via Turonensis vereint die Erinnerung an alte Wallfahrtsorte, die Baukunst Frankreichs und weite Kulturlandschaften. Ob über Orléans oder über Chartres: In Tours werden zwei Wege zu einer gemeinsamen Pilgerroute.

Quellen und Wegorientierung: Chemins de Compostelle – Via Turonensis · Association Compostelle Tours · FFRandonnée – GR 655 · UNESCO – Kathedrale Chartres · UNESCO – Jakobswege Frankreich · Département Gironde – Fähre Blaye/Lamarque. Die Tagesdistanzen sind Näherungswerte; regionale Wegvarianten und Umleitungen sind möglich.