Lingenfeld – Pfarrkirche St. Martin

Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die katholische Pfarrkirche St. Martin prägt das Ortsbild von Lingenfeld im Landkreis Germersheim (Rheinland-Pfalz). Sie gehört zur Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini im Bistum Speyer und ist als Kulturdenkmal geschützt. Der Bau entstand im 19. Jahrhundert im Stil der Neoromanik und ist bis heute ein markanter geistlicher Mittelpunkt der Gemeinde.
Architektur
Die Kirche präsentiert sich als westwärts gerichteter, gewölbter Saalbau. Typisch für die Neoromanik sind die gruppierten Fenster, die Rundapsis sowie der verkleidete Kirchturm, der sich deutlich über das Ortszentrum erhebt. Diese architektonische Ausführung verleiht dem Bau eine klare und zugleich monumentale Wirkung.
Vorgängerbau
Schon lange vor dem heutigen Gotteshaus stand in Lingenfeld eine Kirche.
1754 beschloss die Gemeinde einen Neubau, da das alte Gebäude für die wachsende Zahl an Gläubigen zu klein geworden war.
Während der Französischen Revolution litt die Kirche erheblich unter Vernachlässigung.
Am Pfingstfest 1836 stürzte der Klöppel der großen Glocke auf das morschen Holzdach – ein Ereignis, das das Ende des Bauwerks besiegelte.
Bereits 1837 wurde die alte Kirche abgebrochen.
Bau der neuen Kirche
Die heutige Kirche entstand nach Plänen des Architekten August von Voit, der sowohl die Entwürfe erstellte als auch die Bauleitung übernahm.
Die Pläne wurden am 18. Oktober 1836 der Regierung in Speyer vorgelegt und am 23. Februar 1837 vom bayerischen Innenministerium genehmigt.
Bis Ende 1838 stand der Rohbau, bis Juni 1840 war die Ausstattung vollendet.
Während der Bauarbeiten besuchte sogar König Ludwig I. von Bayern zweimal die Baustelle – ein Hinweis auf die Bedeutung des Projekts.
Die feierliche Weihe erfolgte am 25. Oktober 1840 durch den Speyerer Bischof und späteren Kardinal Johannes von Geissel. Wie ihre Vorgänger trägt auch die neue Kirche das Patrozinium des heiligen Martin von Tours.
Veränderungen und Erhaltungsmaßnahmen
Der Bau blieb nicht ohne Herausforderungen:
In den 1930er Jahren stellte sich heraus, dass das Gewölbe für die tragenden Mauern zu schwer war. Durch vier Anker, die Verbindung der Pfeiler mit der Außenwand und die Verstärkung der Dachbinder konnte die Stabilität gesichert werden.
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt nur der Turm leichte Schäden, das Gotteshaus blieb jedoch insgesamt verschont.
Eine umfassende Innenrenovierung wurde 1984 durchgeführt, weitere Sanierungen folgten 2007 und 2009.
Ebenfalls 2007 erhielt die Kirche ein neues Geläut, das seither zu den Gottesdiensten und Festtagen erklingt.
Bedeutung
Die Pfarrkirche St. Martin in Lingenfeld ist nicht nur ein gelungenes Beispiel der neoromanischen Kirchenbaukunst im Rheinland, sondern auch ein Zeugnis der lokalen Frömmigkeit und Baugeschichte. Mit ihrer langen Tradition – von der mittelalterlichen Vorgängerkirche über den Neubau des 19. Jahrhunderts bis zu den jüngsten Renovierungen – ist sie ein wichtiger Ort des Glaubens auf dem Pfälzer Jakobsweg (Südliche Variante).
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Quellenangaben
- https://de.wikipedia.org/wiki/St._Martin_(Lingenfeld)