Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die katholische Kirche St. Jakobus gehört zu den bedeutenden historischen Sakralbauten Germersheims und zählt zu den wenigen erhaltenen gotischen Kirchenbauten der Pfalz. Ihre Geschichte reicht bis in das Mittelalter zurück und ist eng mit dem Servitenorden, späteren Ordensgemeinschaften und den religiösen Umbrüchen der Stadt verbunden.
Das Gotteshaus wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert, erweitert und nach schweren Zerstörungen wiederaufgebaut. Heute vereint St. Jakobus mittelalterliche Bauteile mit späteren Ergänzungen und einer überwiegend neugotischen Innenausstattung. Zu den besonderen Elementen gehören die wiederentdeckte Krypta, historische Wandmalereien, spätbarocke Kirchenbänke und eine Reliquie des Kirchenpatrons.
Durch das Patrozinium des Apostels Jakobus des Älteren besitzt die Kirche zudem eine besondere Verbindung zum Pfälzer Jakobsweg, der durch Germersheim führt.
Geschichte der Kirche
Die Geschichte von St. Jakobus reicht bis in das späte 13. Jahrhundert zurück. Bereits 1280 wird in Germersheim eine Burgkapelle erwähnt. Wenige Jahre später, zwischen 1286/87 und 1291, gründete der Servitenorden in der Stadt ein Kloster. Damit begann eine jahrhundertelange Verbindung zwischen dem Gotteshaus und verschiedenen Ordensgemeinschaften.
Der genaue Zeitpunkt des ersten Kirchenbaus ist nicht sicher überliefert. Die ältesten Teile werden jedoch in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts eingeordnet. Im 15. Jahrhundert wurde die Anlage wesentlich erweitert. Für das Jahr 1480 ist die Genehmigung zum Bau beziehungsweise Ausbau des Turmes überliefert.
Auch Angehörige des regionalen Adels wurden in der Kirche bestattet. 1479 fand Brigitta von Neuenstein hier ihre letzte Ruhestätte; 1487 wurde ihr Ehemann, der Germersheimer Amtmann Keckhans von Gemmingen, in der Kirche beigesetzt.
Vom Servitenkloster zum Chorherrenstift
Im Jahr 1527 wurde das Servitenkloster in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt. Diese Phase blieb jedoch vergleichsweise kurz. Mit der Einführung der Reformation wurde das Stift 1556 aufgehoben.
In den folgenden Jahrzehnten wechselte die konfessionelle Nutzung mehrfach. Zunächst wurde die Kirche von Lutheranern genutzt, anschließend von Reformierten, danach erneut von Lutheranern und schließlich wieder von Reformierten. Die häufigen Wechsel spiegeln die religiösen und politischen Veränderungen der Pfalz im 16. Jahrhundert wider.
1680 erhielten auch die Katholiken wieder ein Mitbenutzungsrecht. Seit 1697 stand die Kirche schließlich wieder ausschließlich der katholischen Gemeinde zur Verfügung.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Holländischen Krieg wurde die Kirche 1674 nahezu vollständig zerstört. Nur Teile des mittelalterlichen Bauwerks blieben erhalten.
Zwischen 1682 und 1697 erfolgte ein weitgehender Wiederaufbau. Dabei wurde die Ausrichtung beziehungsweise die innere Organisation des Kirchenbaus verändert, sodass das heutige Mittelschiff nicht mehr vollständig der älteren Baugestalt entspricht.
Kurz nach dem Wiederaufbau entstand erneut ein Kloster. 1699 ließen sich Franziskaner in Germersheim nieder und nutzten die Kirche und die angrenzenden Gebäude. Ihre Gemeinschaft bestand bis zur Zeit der Französischen Revolution. Im Jahr 1793 wurden die Franziskaner durch französische Revolutionstruppen vertrieben.
Der Turm im 19. Jahrhundert
Der Kirchturm hatte die Zerstörungen des 17. Jahrhunderts nicht vollständig überstanden. Bereits 1741 wird ein provisorischer hölzerner Ersatzaufbau erwähnt. Seine endgültige Wiederherstellung erfolgte jedoch erst zwischen 1861 und 1863.
Der heutige Turmaufbau ist neugotisch gestaltet und erreicht eine Höhe von ungefähr 50 Metern. Unterhalb der Glockenöffnungen befindet sich eine begehbare Galerie.
Renovierung und Wiederentdeckung der Krypta
Eine grundlegende Renovierung der Kirche erfolgte 1976/77. Dabei gelang eine wichtige Entdeckung: Unter dem Mittelschiff wurde die lange Zeit verschollen geglaubte Krypta wiedergefunden.
Architektur und Baugestalt
St. Jakobus ist als dreischiffige gotische Basilika angelegt. Das Mittelschiff wird von zwei niedrigeren Seitenschiffen begleitet und führt in den Chor, der durch hohe, zweigeteilte Spitzbogenfenster geprägt ist. Die farbig verglasten Fenster verstärken dort den vertikalen Eindruck der gotischen Architektur und lenken den Blick auf den liturgischen Mittelpunkt der Kirche.
Das Kircheninnere wird von einem Kappengewölbe überspannt. Die heutige Raumgestalt ist jedoch nicht ausschließlich mittelalterlich, sondern Ergebnis mehrerer Umbau- und Wiederaufbauphasen. Besonders der weitgehende Neubau nach der Zerstörung von 1674 veränderte die ältere Anlage. Dabei wurde auch die Ausrichtung des Kirchenraums verändert, sodass die heutige Position des Mittelschiffs nicht vollständig der mittelalterlichen Vorgängeranlage entspricht.
An die Kirche schließen Verbindungsgänge zu den Gebäuden des heutigen Pfarramtes und Pfarrheims an. Diese Gebäudeteile gehen auf die frühere klösterliche Nutzung des Areals zurück. Gemeinsam mit der Kirche umschließen sie einen Innenhof, in dem sich ein alter, heute nicht mehr genutzter Brunnen sowie das Grabdenkmal eines Germersheimer Pfarrers aus dem 19. Jahrhundert befinden.
Besonders markant ist der etwa 50 Meter hohe Kirchturm. Sein heutiger Aufbau entstand zwischen 1861 und 1863 und ist neugotisch gestaltet. Unterhalb der Glockenöffnungen befindet sich eine begehbare Galerie. Den oberen Abschluss bildet der Turmhelm; zusätzlich trägt ein Dachreiter einen Wetterhahn.
Die Architektur von St. Jakobus macht damit mehrere Jahrhunderte Baugeschichte sichtbar: mittelalterliche Grundstrukturen, Veränderungen nach den Zerstörungen des 17. Jahrhunderts und neugotische Ergänzungen des 19. Jahrhunderts verbinden sich zu dem heutigen Erscheinungsbild der Kirche.
Die Krypta unter dem Mittelschiff
Eine der Besonderheiten von St. Jakobus befindet sich unterhalb des Kirchenraums. Bei der grundlegenden Renovierung der Jahre 1976/77 wurde unter dem Mittelschiff eine Krypta wiederentdeckt, deren Existenz zwischenzeitlich weitgehend in Vergessenheit geraten war.
Die Krypta diente ursprünglich als Begräbnisstätte. In den Wänden befinden sich Sargnischen, in denen Mitglieder der Ordensgemeinschaft bestattet wurden. Bei der späteren Neuordnung wurden die sterblichen Überreste unter den Fußboden umgebettet. An die früheren Gräber erinnern heute noch vier Gedenktafeln an der Seite des Raumes.
Der heute eingerichtete Altarbereich wird durch Wände begrenzt. Hinter diesen befinden sich auf beiden Seiten Hohlräume, deren ursprüngliche Funktion bislang nicht eindeutig geklärt ist. Auch daran zeigt sich, dass noch nicht alle baulichen Details der Krypta vollständig erforscht beziehungsweise dokumentiert sind.
Der heutige Zugang führt von vorne in den Raum. Der ehemalige Eingang befand sich dagegen im vorderen Drittel des Mittelschiffs der Hauptkirche und ist inzwischen verschlossen. Dadurch lässt sich noch nachvollziehen, dass die Krypta ursprünglich wesentlich unmittelbarer mit dem Kirchenraum verbunden war.
Die Wiederentdeckung von 1977 machte einen wichtigen Teil der mittelalterlichen und klösterlichen Geschichte von St. Jakobus erneut sichtbar. Als ehemalige Begräbnisstätte erinnert sie besonders an die Ordensgemeinschaften, die über Jahrhunderte mit der Kirche verbunden waren.
Innenraum und Ausstattung
Der Innenraum von St. Jakobus wird heute vor allem von einer neugotisch geprägten Ausstattung bestimmt. Diese jüngere Gestaltung steht neben einzelnen älteren Ausstattungsstücken und macht sichtbar, dass die Kirche über Jahrhunderte immer wieder verändert und neu eingerichtet wurde.
Im Chor befindet sich der heutige Altar, flankiert vom Chorgestühl, das heute unter anderem von den Ministrierenden genutzt wird. Die hohen gotischen Chorfenster sorgen für eine starke vertikale Wirkung und bilden den architektonischen Rahmen für den liturgischen Mittelpunkt der Kirche.
An der rechten Chorwand befinden sich zwei historische Wandmalereien aus dem Jahr 1899. Sie wurden von den Brüdern Matthäus und Rudolf Schiestl geschaffen und greifen Ereignisse aus der Geschichte Germersheims und des Servitenordens auf. Diese beiden Darstellungen behandeln wir im nächsten Abschnitt ausführlicher.
Ein besonderes Ausstattungsstück befindet sich rechts neben dem Tabernakel: Dort wird ein Kreuz mit einer Reliquie des heiligen Jakobus des Älteren aufbewahrt. Durch das Patrozinium und diese Reliquie erhält die Kirche einen besonders direkten Bezug zum Apostel, nach dem die europäischen Jakobswege benannt sind.
Neben der überwiegend neugotischen Ausstattung haben sich auch ältere Elemente erhalten. Ein Teil der Kirchenbänke stammt aus der Zeit um 1720 und ist spätbarock gestaltet. Die reicheren Schnitzereien dieser Bänke unterscheiden sich deutlich von den schlichteren späteren Sitzreihen und dokumentieren eine weitere Ausstattungsphase der Kirche.
Zur Ausstattung gehört außerdem die heutige Orgel, deren Werk 1978 von der Firma Späth eingebaut wurde. Sie befindet sich in einem älteren Orgelgehäuse und setzt damit ebenfalls die lange Geschichte verschiedener Ausstattungsphasen innerhalb von St. Jakobus fort.
Die Wandmalereien der Gebrüder Schiestl
An der rechten Chorwand von St. Jakobus befinden sich zwei großformatige Wandmalereien aus dem Jahr 1899. Sie wurden von den Brüdern Matthäus und Rudolf Schiestl geschaffen und greifen zwei historische beziehungsweise legendarisch überlieferte Ereignisse auf, die unmittelbar mit Germersheim und der Geschichte der Kirche verbunden sind.
Kaiser Karl IV. und die Serviten
Das linke Wandbild stammt von Matthäus Schiestl. Dargestellt ist Kaiser Karl IV., der den sieben Urvätern des Servitenordens eine Urkunde zur Nutzung der Germersheimer Kirche als Kloster überreicht. Damit nimmt das Gemälde Bezug auf die lange Verbindung zwischen St. Jakobus und dem Servitenorden, dessen Niederlassung in Germersheim bis in das späte 13. Jahrhundert zurückreicht.
Die Darstellung verbindet damit die religiöse Geschichte des Ordens mit der lokalen Kirchengeschichte. Durch die Einbeziehung Kaiser Karls IV. erhält das Ereignis zugleich eine reichspolitische Dimension und erinnert an die Bedeutung, die Germersheim als ehemalige Reichsstadt besaß.
Rudolf von Habsburg und der Priester
Das rechte Wandbild wurde von Rudolf Schiestl geschaffen. Es zeigt die bekannte Legende von Rudolf von Habsburg und dem Priester. Der Überlieferung zufolge begegnete Rudolf während einer Jagd einem Priester, der auf dem Weg zu einem Kranken beziehungsweise Sterbenden war, und überließ ihm sein Pferd.
In St. Jakobus erhält diese Legende einen besonderen lokalen Bezug. Rudolf von Habsburg erhob Germersheim 1276 zur Freien Reichsstadt. Das Wandbild verbindet deshalb eine mittelalterliche Herrscherlegende mit einem wichtigen Ereignis der Germersheimer Stadtgeschichte.
Beide Malereien tragen Beschriftungen in historisierender Schrift und gehören zur Ausstattung des späten 19. Jahrhunderts. Inhaltlich unterscheiden sie sich von rein biblischen Wandbildern: Sie erzählen bewusst Kirchen-, Ordens- und Stadtgeschichte und machen damit die enge Verbindung von St. Jakobus mit der Entwicklung Germersheims sichtbar.
Heiligendarstellungen zwischen den Arkaden
Zwischen den Bögen des Langhauses befinden sich mehrere einzelne Heiligendarstellungen. Die hochformatigen Malereien sind jeweils in kleine, oben rundbogig geschlossene Bildfelder eingesetzt und bilden eine wiederkehrende Folge entlang der Arkaden.
Dargestellt sind männliche und weibliche Heilige in unterschiedlicher geistlicher Kleidung. Verschiedene Attribute – darunter Kreuze, Bücher, Ordensgewänder, eine Märtyrerpalme und weitere Gegenstände – dienen ihrer traditionellen Kennzeichnung. Eine verlässliche Zuordnung aller dargestellten Personen ist anhand der bislang vorliegenden Quellen jedoch nicht möglich.
Durch ihre regelmäßige Anordnung zwischen den Bögen sind die Malereien unmittelbar in die Architektur des Langhauses eingebunden. Sie ergänzen damit die übrige figürliche Ausmalung der Kirche und begleiten den Blick entlang der Arkaden in Richtung Chor.
Der heilige Jakobus und die Reliquie der Kirche
Die Kirche trägt das Patrozinium des heiligen Jakobus des Älteren, eines der zwölf Apostel Jesu. Jakobus gehört zu den wichtigsten Heiligen der europäischen Pilgertradition, da sein Grab nach mittelalterlicher Überlieferung in Santiago de Compostela verehrt wird. Sein Name ist deshalb unmittelbar mit den Jakobswegen verbunden.
In St. Jakobus wird diese Verbindung nicht nur durch das Patrozinium sichtbar. Rechts neben dem Tabernakel befindet sich ein Kreuz mit einer Reliquie des heiligen Jakobus des Älteren. Damit besitzt die Germersheimer Kirche einen unmittelbaren materiellen Bezug zu ihrem Kirchenpatron.
Für Pilger auf dem Pfälzer Jakobsweg erhält das Gotteshaus dadurch eine besondere Bedeutung. Anders als bei vielen Kirchen, die lediglich am Weg liegen, verweist St. Jakobus bereits mit ihrem Namen ausdrücklich auf den Apostel, dessen Verehrung die europäischen Jakobswege geprägt hat. Die Reliquie verstärkt diesen Zusammenhang zusätzlich.
Der Jakobus-Bezug fügt sich zugleich in die lange Geschichte der Kirche ein. Über Jahrhunderte war das Gotteshaus mit verschiedenen Ordensgemeinschaften verbunden, wurde mehrfach verändert und nach Zerstörungen wiederaufgebaut. Trotz dieser wechselvollen Entwicklung blieb das Patrozinium des Apostels erhalten.
Heute verbindet St. Jakobus damit lokale Kirchen- und Stadtgeschichte mit der größeren europäischen Tradition der Jakobusverehrung und des Pilgerns nach Santiago de Compostela. Für The Camino History ist die Kirche deshalb nicht nur ein historisches Bauwerk am Weg, sondern auch ein besonders passender Stationstyp innerhalb des Pfälzer Jakobswegs.
Auch im Eingangsbereich begegnet das traditionelle Zeichen der Jakobusverehrung. Mehrfach erscheint dort die Jakobsmuschel, unter anderem als grafisches Motiv auf einer Glasfläche und als plastisches Relief an einer Tür. Die Muschel gehört zu den bekanntesten Attributen des Apostels Jakobus des Älteren und entwickelte sich zugleich zu einem der wichtigsten Erkennungszeichen der Pilger auf dem Jakobsweg.
Die Orgel
Die heutige Orgel von St. Jakobus wurde 1978 von der Firma Orgelbau Späth GmbH aus Mengen-Ennetach gebaut. Dabei blieb das Gehäuse der Vorgängerorgel erhalten.
Bereits 1868 hatte der Speyerer Orgelbauer Gustav Schlimbach ein Instrument für die Kirche geschaffen. Im Jahr 1902 ersetzten die Gebrüder Link aus Giengen das damalige Werk durch eine neue Orgel mit pneumatischen Trakturen.
Das heutige Instrument verfügt über 24 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltraktur ist mechanisch ausgeführt, die Registertraktur elektrisch. Als Windladen werden Schleifladen verwendet.
Damit dokumentiert die Orgel mehrere Ausstattungsphasen der Kirche: Das heutige Werk stammt aus dem Jahr 1978, während das Gehäuse auf eine ältere Orgelgeneration zurückgeht.
Das Glockengeläut
Aus dem Turm von St. Jakobus erklingt seit Beginn der 1950er-Jahre ein vierstimmiges Glockengeläut. Es besteht aus drei Gussstahlglocken und einer historischen Bronzeglocke.
Die Bronzeglocke bildet damit den älteren Bestandteil des Geläuts, während die drei Stahlglocken aus einer jüngeren Ausstattungsphase stammen. Gemeinsam prägen die vier Glocken bis heute den Klang der Kirche und begleiten Gottesdienste sowie weitere kirchliche Anlässe.
Bedeutung für Pilger und Besucher
Durch ihr Patrozinium besitzt St. Jakobus eine besondere Stellung am Pfälzer Jakobsweg. Die Kirche ist dem Apostel Jakobus dem Älteren geweiht, dessen Verehrung eng mit der europäischen Pilgertradition und dem Wallfahrtsziel Santiago de Compostela verbunden ist.
Zusätzliche Bedeutung erhält die Kirche durch die Reliquie des heiligen Jakobus, die in einem Kreuz rechts neben dem Tabernakel aufbewahrt wird. Für Pilger entsteht dadurch ein unmittelbarer Bezug zwischen dem heutigen Weg, dem Kirchenpatron und der jahrhundertealten Tradition der Jakobusverehrung.
Auch unabhängig vom Pilgerweg bietet St. Jakobus einen ungewöhnlich vielschichtigen Einblick in die Geschichte Germersheims. Gotische Architektur, die ehemalige Klosteranlage, die wiederentdeckte Krypta, Ausstattungsstücke verschiedener Jahrhunderte und die Wandmalereien der Gebrüder Schiestl verbinden Kirchen-, Ordens- und Stadtgeschichte miteinander.
Gerade diese verschiedenen Zeitschichten machen St. Jakobus zu einem wichtigen historischen Sakralbau innerhalb Germersheims und zu einer besonders passenden Station auf dem Pfälzer Jakobsweg.
Heutige kirchliche Nutzung
St. Jakobus ist bis heute ein aktiver katholischer Gottesdienstort in Germersheim. Die Gemeinde St. Jakobus gehört zur Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini im Bistum Speyer. Zur gemeinsamen Pfarrei gehören außerdem die Gemeinden St. Martinus in Lingenfeld mit Westheim, St. Bartholomäus in Schwegenheim und St. Johannes der Täufer in Sondernheim.
Das katholische Pfarramt befindet sich unmittelbar neben der Kirche in der Klosterstraße und nutzt damit weiterhin einen Teil des historischen ehemaligen Klosterareals. St. Jakobus erfüllt somit auch Jahrhunderte nach der Zeit der Serviten und Franziskaner weiterhin eine zentrale Funktion für das katholische Gemeindeleben in Germersheim.
Quellenangaben
Katholische Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini Germersheim:
Zur Geschichte der Kirche St. Jakobus Germersheim.
Ausführliche Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Kirche, zum Serviten- und Franziskanerkloster, zur Krypta sowie zur Entwicklung des ehemaligen Klosterareals.Katholische Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini Germersheim:
St. Jakobus Germersheim.
Aktuelle Informationen zur Gemeinde, zum Pfarramt und zur heutigen kirchlichen Nutzung der Kirche.Katholische Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini Germersheim:
Unsere Pfarrei.
Informationen zur Bedeutung des Jakobus-Patroziniums und zum Bezug Germersheims zum Pilgerweg nach Santiago de Compostela.Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz:
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Landkreis Germersheim.
Amtliche Grundlage für die Einordnung von St. Jakobus als geschütztes Kulturdenkmal.Keddigkeit, Jürgen; Untermann, Matthias; Ammerich, Hans; Heberer, Pia; Lagemann, Charlotte (Hrsg.):
Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden. Band 1: A–G, Kaiserslautern 2014.
Grundlegende Fachliteratur zur Geschichte der Klöster und Ordensniederlassungen in der Pfalz, darunter Germersheim.Eigene Orts- und Bilddokumentation:
The Camino History, Kirche St. Jakobus in Germersheim.
Grundlage für die Beschreibung des heutigen Erscheinungsbildes, der Architektur und der fotografisch dokumentierten Ausstattung.
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