Bourbonne-les-Bains – Église Notre-Dame-de-l’Assomption

(Pfarrkirche Unserer Lieben Frau Himmelfahrt, Département Haute-Marne, Region Grand Est, Frankreich)

Bourbonne-les-Bains – Église Notre-Dame-de-l’Assomption
Bourbonne-les-Bains – Église Notre-Dame-de-l’Assomption

Inhaltsverzeichnis

Einleitung in die Église Notre-Dame-de-l’Assomption,

Im Herzen der Kurstadt Bourbonne-les-Bains erhebt sich die Église Notre-Dame-de-l’Assomption, ein eindrucksvolles Zeugnis sakraler Baukunst zwischen Romanik und Frühgotik. Die Kirche gehört zur Diözese Langres und steht seit 1875 als Monument Historique unter Denkmalschutz.
Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden, die bereits in der Antike für ihre Thermalquellen berühmt war. Hier, im Schnittpunkt alter Pilger- und Handelsrouten, entstand über den Jahrhunderten ein Bauwerk, das in seiner Mischung aus romanischen und gotischen Formen den Übergang zwischen zwei Epochen sichtbar macht.

Geschichte der Kirche

Der Ursprung der Kirche reicht bis in das späte 12. oder frühe 13. Jahrhundert zurück. Vermutlich entstand sie auf den Fundamenten eines älteren, kleineren Gotteshauses.
Während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde das Bauwerk schwer beschädigt, erlebte jedoch im 18. Jahrhundert eine Wiederherstellung und Erweiterung.
Im Jahr 1717 setzte ein Brand dem Gebäude erneut zu, doch die Gemeinde ließ sich nicht entmutigen: Wiederaufbau und Restaurierungen folgten, bis schließlich im Jahr 1875 eine umfassende Erweiterung erfolgte, bei der eine zusätzliche Jochtraverse (Travée) an der Westseite hinzugefügt wurde.

Mit jedem Umbau veränderte sich das Erscheinungsbild – und doch blieb die romanische Grundstruktur erhalten. So erzählt Notre-Dame-de-l’Assomption in ihren Steinen von Jahrhunderten der Zerstörung, des Glaubens und des Wiederaufbaus.

Architektur

Die Kirche ist ein dreischiffiger Saalbau mit einer Nef aus sechs Jochen (Teilabschnitte) und Bas-Côtés (Seitenschiffen), die durch runde Pfeilerreihen voneinander getrennt sind.
Der Chorraum besteht aus zwei Jochen und endet in einem flachen Chorabschluss (chevet plat), der typisch für viele ländliche Kirchen dieser Region ist.
Im oberen Bereich öffnet sich ein Triplet – drei schlanke gotische Fenster, die von einer Rosette überfangen werden und den Chorraum in sanftes Licht tauchen.

Die Westfassade zeigt mit ihrem romanischen Portal und der darüberliegenden Rosette den ältesten Teil der Kirche. Das schlichte, aber kraftvolle Mauerwerk erinnert an den Übergang von der Spätromanik zur frühen Gotik.
Der Glockenturm, an der Nordseite des Chors platziert, fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Seine unteren Etagen stammen noch aus der Romanik, während der obere Aufbau später hinzugefügt wurde.

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Westfassade
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Romanisches Westportal
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Flacher Chorabschluss

Im Inneren wechseln sich Rundbögen und spitzbogige Arkaden ab – ein Hinweis darauf, dass hier unterschiedliche Bauphasen ineinandergreifen. So entstand ein Kirchenraum, der trotz seiner Schlichtheit eine bemerkenswerte Tiefe und Harmonie besitzt.

Ausstattung und Kunstwerke

Die Kirche birgt mehrere bedeutende Kunstwerke, die aus verschiedenen Epochen stammen:

  • Eine Statue der „Vierge à l’Enfant“ (Maria mit Kind), vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, gehört zu den wertvollsten Stücken. Sie wurde aus Kalkstein gefertigt und zeigt die typische Sanftheit gotischer Mariendarstellungen.

  • Eine weitere Marienstatue stammt aus dem ehemaligen Benediktinerpriorat, das einst in Bourbonne-les-Bains bestand.

  • Besonders bemerkenswert ist das Taufbecken aus hellem Stein, dessen Form auf das 15. Jahrhundert datiert wird. Es steht als Symbol für die Kontinuität des Glaubens, der über Generationen hinweg an diesem Ort lebendig blieb.

Zudem beherbergt die Kirche eine Reihe von kleineren Heiligenfiguren, Reliefs und liturgischen Objekten, die während verschiedener Renovierungsphasen erhalten oder ergänzt wurden.

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Weihwasserbecken
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Nachbildung des Prager Jesuleins

Restaurierungen und heutige Nutzung

Über die Jahrhunderte hinweg wurde Notre-Dame-de-l’Assomption immer wieder gepflegt und erweitert. Besonders im 19. Jahrhundert fanden größere Restaurierungen statt, bei denen die romanischen Strukturen erhalten, aber durch neugotische Akzente ergänzt wurden.
Heute steht die Kirche in ihrer vollen Schönheit im Zentrum von Bourbonne-les-Bains und ist ein Ort der Stille, Geschichte und gelebten Spiritualität. Regelmäßig finden dort Messen, Andachten und kulturelle Veranstaltungen der Pfarrei statt.

Verschiedene Fenster

Fazit

Die Église Notre-Dame-de-l’Assomption ist weit mehr als ein Bauwerk vergangener Jahrhunderte – sie ist ein Spiegel der Geschichte der Haute-Marne, ein Symbol für Glauben und Beharrlichkeit.
Wer die Kirche besucht, spürt den stillen Rhythmus der Jahrhunderte: das Mauerwerk romanischer Meister, den zarten Aufstieg gotischer Linien, das Licht, das durch die Rosette fällt – und den tiefen Frieden, der sich in diesen Mauern bewahrt hat.

Standort

📍 Place de Verdun, 52400 Bourbonne-les-Bains, Département Haute-Marne, Region Grand Est, Frankreich
🕍 Diözese: Langres
🗓 Monument Historique seit 1875

Quellenangaben

  1. Primärquellen & offizielle Angaben:

    • Base Mérimée – Ministère de la Culture (France): Église Notre-Dame-de-l’Assomption, Bourbonne-les-Bains (Haute-Marne, 52) – offizielle Denkmaldatenbank des französischen Kulturministeriums.
      (https://www.pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00078765)

    • Diocèse de Langres (offizielle Website der Diözese) – Pfarre Bourbonne-les-Bains, Gottesdienste und Sakralinventar.
      (https://langres.catholique.fr/)

    • Site officiel de la commune de Bourbonne-les-Bains – Historische und touristische Informationen über die Kirche und das lokale Erbe.
      (https://bourbonne.com/)


    Sekundärquellen:


    Fotografische & persönliche Dokumentation:

    • Eigene Aufnahmen und Feldforschung des Autors (2025).

    • Alle Fotografien urheberrechtlich geschützt, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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