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Das Hubertuskreuz steht an einer Wegekreuzung im südöstlichen Bereich des Hardtwaldes oberhalb von Stotzheim. Auf dem Sockel des Kreuzes ist eine Inschrift eingraviert, die das Datum seiner Errichtung – den 29. Oktober 1777 – wenige Tage vor dem Fest des heiligen Hubertus angibt. Die Inschrift nennt außerdem die Initialen der beiden Stifter: Odilie Mertens und Wessel:
„S. Hubertus M.O.W. D 29. OC D 1777“
Es wird vermutet, dass die beiden Stifter Mitglieder der Familie des damaligen Försters Mertens waren, der für die Waldpflege im Hardtwald verantwortlich war.
Die Geschichte des Hubertuskreuzes und seine Inschrift
Das Hubertuskreuz ist ein Steinkreuz mit abgerundeten Enden an Stamm und Armen. Der Sockel zeigt ein spätbarockes Relief, das das sogenannte „Hubertus-Wunder“ darstellt: Der heilige Hubertus ist mit zwei Jagdhunden abgebildet und kniet vor einem Hirsch, in dessen Geweih das Heilige Kreuz erscheint. Mit der rechten Hand auf seinem Herzen verharrt er in Ehrfurcht vor diesem Zeichen des Göttlichen. Diese Szene symbolisiert die Bekehrung des Heiligen und ist ein eindrückliches Beispiel für die spirituelle Bedeutung von Hubertus als Schutzpatron der Jagd.
Das barocke Hubertus-Wunder in Stein gemeißelt
Das Hubertuskreuz befindet sich in einem von Wald umgebenen Bereich zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel, wo die Verehrung des Heiligen Hubertus seit langem tief verankert ist. Wenige Kilometer südlich, in Arloff, befindet sich eine Kapelle, die unter anderem ebenfalls dem heiligen Hubertus geweiht ist. Zum 200-jährigen Jahrestag im Jahr 1977 wurde das Hubertuskreuz restauriert, um seinen Zustand zu erhalten und seine Geschichte lebendig zu halten.
Der spirituelle Moment auf der Via Coloniensis
Auf der Via Coloniensis, einem der Jakobswege, führt der Pilgerweg direkt am Hubertuskreuz vorbei. Beim Vorbeigehen an diesem historischen Ort fühlt man die Kraft der alten Bäume und die ruhige, spirituelle Atmosphäre des Waldes. Für mich war es ein besonderer Moment, an diesem Ort Halt zu machen und die Geschichte des Kreuzes sowie die Energie des Waldes aufzusaugen. Die Stille und Erhabenheit des Ortes verleihen dem Pilger eine kleine Auszeit und einen Einblick in die Jahrhunderte, die dieses Kreuz bereits erlebt hat.
Quellenangaben
https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-56449-20121102-2 (Abgerufen: 1. November 2024)
