THE CAMINO HISTORY · SAKRALE GLASMALEREI · HAUTE-MARNE

Kirchenfenster
von Bourbonne

Glasmalereien, Werkstätten und Stifter der Notre-Dame-de-l’Assomption – von den Chorfenstern 1876 bis zur Herz-Jesu-Darstellung von 1909.

Bourbonne-les-Bains · Notre-Dame-de-l’Assomption · Foto: The Camino History
OrtBourbonne-les-Bains · Haute-Marne
Ursprung12./13. Jahrhundert
Erweiterung1875
DenkmalMonument historique

Ein Fensterzyklus zwischen Glaube und Stiftergedächtnis

Die Glasmalereien von Notre-Dame-de-l’Assomption in Bourbonne-les-Bains bilden ein vielschichtiges Ensemble. Während der Kirchenbau auf das späte 12. und frühe 13. Jahrhundert zurückgeht, dokumentieren die überlieferten Fensterinschriften besonders die zweite Hälfte des 19. und den Beginn des 20. Jahrhunderts.

Von Marienbildern über Heiligenfiguren bis zur Taufe Christi und zur Herz-Jesu-Frömmigkeit reicht das Spektrum der Darstellungen. Die Fotografien stammen aus der eigenen Aufnahmefolge von The Camino History vom 12. Mai 2025.

OrtBourbonne-les-Bains · Grand Est
BauwerkÉglise Notre-Dame-de-l’Assomption
Datierte Fenster1876, 1887, 1891, 1902 und 1909
Bildmaterial13 eindeutig zugeordnete Fensteraufnahmen

Mittelalterliche Fensteröffnungen, neuzeitliche Verglasung

Die Kirche besitzt ein Chorhaupt mit einer Gruppe aus drei Lanzettfenstern, über denen sich eine Rosette befindet. Diese Architekturform gehört zur historischen Gestalt des Bauwerks.

Die heutige farbige Verglasung darf damit nicht automatisch als mittelalterlich gelten. Restaurierung, Wiederaufbau und Spenden des 19. Jahrhunderts sind wesentliche Stationen ihrer Geschichte.

Rosettenfenster mit Maria inmitten von Engelsdarstellungen · Eigene Fotografie · The Camino History
Farbiges Kirchenfenster in Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History

Die Chorverglasung von 1876

Im Chorabschluss ist eine Verglasung aus dem Jahr 1876 überliefert. Die Rosette verweist auf die Aufnahme Mariens in den Himmel. Die drei darunterliegenden Bildfenster zeigen nach der regionalen Inventarisierung Josef, Johannes den Täufer und Genoveva.

Als Stifter werden die Familie Lefèvre-Guillaume, der damalige Pfarrer Jean-Baptiste Boileau und die Familie Renard genannt. Der priesterliche Stifter ist insbesondere mit dem Johannesfenster verbunden.

Die Chorfenster verknüpfen das Marienpatrozinium des Gotteshauses mit weiteren für die Gemeinde wichtigen Schutzheiligen.

Das Marienfenster in der Rosette · Eigene Fotografie · The Camino History

Die Fenster erzählen von ihren Stiftern

Historische Stiftervermerke erinnern an Familien, Geistliche und einzelne Privatpersonen. Sie sind nicht nur für die Datierung hilfreich, sondern auch kulturhistorische Zeugnisse: Die Glasmalerei entstand vielfach im Zusammenwirken von Gemeinde, Auftraggebern und Werkstätten.

In mehreren Bourbonneer Fenstern finden sich persönliche Namen, Daten und Widmungen. Die Schrift gehört selbst zum Kunstwerk und sollte bei einer Restaurierung ebenso dokumentiert werden wie die figürliche Darstellung.

1887: Vermonet-Pommery aus Reims

Für ein Fenster ist die Werkstattsignatur Vermonet-Pommery, Reims, aus dem Jahr 1887 überliefert. Ein Stiftervermerk nennt Madame Levelyng.

Die Nennung des Werkstattorts zeigt den überregionalen Austausch im kirchlichen Kunsthandwerk: Für die Ausstattung eines historischen Gotteshauses in der Haute-Marne wurden Glasmaler aus einem bedeutenden regionalen Zentrum herangezogen.

Historisches Buntglasfenster im Kirchenraum · Eigene Fotografie · The Camino History
Historisches Glasfenster in Bourbonne-les-Bains · Eigene Fotografie · The Camino History

Édouard Didron: signierte Arbeiten von 1891 und 1902

Zwei der dokumentierten Fenster tragen nach regionaler Bestandsaufnahme Signaturen von Édouard Didron mit den Jahreszahlen 1891 und 1902. Didron gehörte zu den bekannten französischen Glasmalern des 19. Jahrhunderts.

Eine Inschrift zum Fenster von 1891 nennt Abbé Doby als Stifter und erinnert zugleich an mehrere Verstorbene. Die Bilder sind damit zugleich religiöse Darstellungen und Formen des persönlichen Totengedenkens.

Soweit Einzelaufnahmen nicht zweifelsfrei mit genau diesen Signaturen verknüpft werden können, werden sie in der Fotogalerie neutral benannt.

Fensteraufnahme aus Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History
Kirchenfenster in Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History
Weitere Glasmalerei der Kirche · Eigene Fotografie · The Camino History

Die Taufe Christi: Johannes der Täufer und Jesus

Eine fotografisch erkennbare Glasmalerei zeigt die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. Dieses Thema verbindet das Evangelium mit dem liturgischen Leben der Pfarrei.

Besonders eindrucksvoll ist der Bezug zum erhaltenen historischen Taufbecken der Kirche. Der Taufstein aus dem frühen 16. Jahrhundert und das Bildfenster erzählen von derselben zentralen Handlung des christlichen Glaubens – in ganz unterschiedlichen künstlerischen Sprachen.

Glasmalerei mit der Taufe Jesu · Eigene Fotografie · The Camino History

Maria und Dominikus: das Rosenkranzmotiv

Ein weiteres Glasfenster zeigt die Gottesmutter mit dem Jesuskind vor einem knienden Dominikus. Die Bildform weist auf die Tradition der Rosenkranzverehrung hin, die dem Dominikanerorden besonders verbunden ist.

Die Zusammenstellung von Himmelsfigur und anbetendem Heiligen übersetzt die Frömmigkeit in eine anschauliche Szene. Das Fensterbild wird nicht nur durch seine Farben, sondern auch durch die Komposition der Figuren geprägt.

Rosenkranzmotiv: Maria, das Jesuskind und Dominikus · Eigene Fotografie · The Camino History

1909: ein Herz-Jesu-Fenster mit Stifterangabe

Ein erhaltenes Bildfenster zeigt Christus, der einer Frau sein Herz offenbart. Die fotografisch gesicherte Stifterinschrift enthält den Namen „M. Champon“ und die Jahreszahl 1909.

Das Fenster veranschaulicht die Herz-Jesu-Verehrung und damit einen Schwerpunkt katholischer Andacht an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.

Die namentliche Widmung verbindet das religiöse Motiv mit einem konkreten lokalen Erinnerungseintrag.

Herz-Jesu-Darstellung mit dem Stifterdatum 1909 · Eigene Fotografie · The Camino History

Licht, Bildsprache und Architektur

Glasmalerei verändert sich mit dem Tageslicht. Farbige Scheiben lassen biblische Figuren und architektonische Ornamente je nach Stand der Sonne anders wirken. Die Bleilinien gliedern den Bildaufbau; Schriftfelder liefern historische Informationen.

Gerade in einem Bauwerk, dessen Steinarchitektur und Glasmalerei aus verschiedenen Jahrhunderten stammen, macht dieser Zusammenhang den Reiz des Kirchenraums aus.

Buntglasfenster in der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History
Farbiges Bildfenster in der Kirche · Eigene Fotografie · The Camino History
Historisches Glasfenster in Bourbonne-les-Bains · Eigene Fotografie · The Camino History

Die Fotogalerie des Fensterensembles

Die ausgewählten Aufnahmen zeigen Glasfenster und Motivausschnitte der Kirche. Die sicher identifizierten Darstellungen sind einzeln bezeichnet; andere Bilder bleiben ohne spekulative Ikonographie. Durch Anklicken öffnet sich jede Aufnahme in der Großansicht.

Die Fenster sind zugleich Teil der fotografischen Sammlung in der Historischen Kirchenfenstergalerie von The Camino History.

Farbiges Kirchenfenster in Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History
Historisches Buntglasfenster im Kirchenraum · Eigene Fotografie · The Camino History
Fensterbild zur Taufe Christi durch Johannes den Täufer · Eigene Fotografie · The Camino History
Historisches Glasfenster in Bourbonne-les-Bains · Eigene Fotografie · The Camino History
Glasmalerei: Maria mit Kind vor dem knienden heiligen Dominikus · Eigene Fotografie · The Camino History
Fensteraufnahme aus Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History
Kirchenfenster in Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History
Weitere Glasmalerei der Kirche · Eigene Fotografie · The Camino History
Buntglasfenster in der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption · Eigene Fotografie · The Camino History
Rosettenfenster mit Maria inmitten von Engelsdarstellungen · Eigene Fotografie · The Camino History
Herz-Jesu-Darstellung in einem Kirchenfenster mit Stifterangabe von 1909 · Eigene Fotografie · The Camino History
Farbiges Bildfenster in der Kirche · Eigene Fotografie · The Camino History
Historisches Glasfenster in Bourbonne-les-Bains · Eigene Fotografie · The Camino History

Erhaltung und denkmalpflegerische Einordnung

Farbiges Fensterglas ist ein besonders empfindlicher Teil historischer Kirchen. Auch die Bleiverglasung, Bemalungen, Stifterinschriften und spätere Reparaturspuren sind Teil der Denkmalüberlieferung.

Für Bourbonne-les-Bains lassen sich mehrere Ausstattungsphasen datieren. Welche Einzelteile später restauriert oder ersetzt wurden, lässt sich ohne konkrete Restaurierungsdokumentation nicht abschließend bestimmen. Datierte Signaturen sind deshalb wichtige, aber nicht allein ausreichende Beweise für den heutigen Zustand jeder Glasscheibe.

Glasmalerei entdecken – am Chemin des Allemands

Wer auf dem Chemin des Allemands unterwegs ist oder Bourbonne-les-Bains besucht, findet in den Fenstern ein Beispiel dafür, wie Kirchenkunst persönliche Geschichten einer Gemeinde bewahrt.

Die Verbindung der Fenster mit dem Taufstein, den geschützten Marienskulpturen und der frühgotischen Architektur macht die Kirche als Gesamtensemble interessant.

Weitere Dokumentationen entdecken

Quellen und Bildnachweise

Für die historische Beschreibung wurden regionale Kircheninventare, offizielle Denkmalinformationen und die eigenen Bildaufnahmen herangezogen. Wo die Identität einzelner Bildfenster nicht zweifelsfrei bestätigt werden konnte, wurde auf entsprechende Zuschreibungen verzichtet.

Bildnachweis: The Camino History, eigene Fotografien vom 12. Mai 2025, später teilweise mit Wasserzeichen im WordPress-Medienarchiv veröffentlicht.

  1. Ministère de la Culture – Base Mérimée, PA00078955
    Quelle öffnen ↗Amtlicher Eintrag zum als Monument historique geschützten Kirchenbau (1875).
  2. Ministère de la Culture – Base Palissy, PM52000124
    Quelle öffnen ↗Offizielle Inventarisierung der sogenannten Vierge du prieuré; Material, Datierung und Provenienz.
  3. Ministère de la Culture – Base Palissy, PM52000126
    Quelle öffnen ↗Denkmalinventar zur Marienfigur; aus der dokumentierten Bestandsverknüpfung.
  4. Ministère de la Culture – Base Palissy, PM52000127
    Quelle öffnen ↗Denkmalinventar zum steinernen Taufbecken.
  5. Haute-Marne Attractivité – Notre-Dame-de-l’Assomption
    Quelle öffnen ↗Bauzeiten, Brände, Grundriss, Restaurierungen und Denkmalschutz.
  6. Geneawiki – Église Notre-Dame-en-son-Assomption
    Quelle öffnen ↗Baugeschichte, liturgische Ausstattung, Fensterstifter und Inschriften.
  7. The Camino History – bisherige Kirchendokumentation
    Quelle öffnen ↗Eigene Vor-Ort-Aufnahmen, veröffentlichte Erstbeschreibung und lokale Karte.
  8. The Camino History – eigenständige Taufbeckendokumentation
    Quelle öffnen ↗Detaildarstellung des Taufbeckens aus dem frühen 16. Jahrhundert.
  9. Historische Kirchenfenstergalerie – The Camino History
    Quelle öffnen ↗Bestehendes fotografisches Standortregister, bereits mit Aufnahmen aus Bourbonne-les-Bains.

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